Suche

Goldene Wanderregeln im Test – Folge 2: Die Gruppe bleibt zusammen

Nur wenige Tage nachdem wir uns mit Regel Nr. 1 zum Sonnenschutz vertraut gemacht hatten, gab es auch schon die nächste Lektion. Hochmotiviert brachen wir zu einer Wanderung auf den Steineberg auf. Nun ist es so, dass auf den Steineberg eine fast 20 Meter lange Leiter führt. Nichts für ängstliche Gemüter. Macht aber nix. Denn es führt auch ein einfacher Weg auf den Gipfel. Also einigten wir uns darauf, dass Tobi die Leiter nehmen und Biene den Gipfel über den normalen Weg erklimmen sollte.

Tobi flitzte also flink die Leiter nach oben. Und stand - schwupp di wupp - keine fünf Minuten später am Gipfel. Biene dagegen bummelte gemütlich den Normalweg vor sich hin und brauchte einige Zeit länger. Tobi wurde es indes am Gipfel langweilig und er begann zu denken. Und er dachte sich, daß Bienes Weg bestimmt gar nicht zum Gipfel führt, sondern zur weiter unten gelegenen Alpe. Deshalb machte er sich flugs auf den Weg dorthin und begab sich auf den Abstieg.

In der Zwischenzeit näherte sich nun fröhlich trällernd und an nichts Böses denkend Biene dem Gipfelkreuz. Doch was war das? Der Gipfel war verlassen! Keine Spur von Tobi. Er wird doch nicht von der Leiter gefallen sein? Also schnell einen schwindelerregenden Blick über die Leiter nach unten geworfen. Nichts in Sicht. Trotz Erleichterung, dass Tobi nicht abgestürzt war, stieg bei Biene die Panik der Verlassenen auf. Der dichte Nebel, der an diesem Tag über der Nagelfluhkette waberte, tat sein übriges dazu.

Wo konnte Tobi geblieben sein? Es war einer der seltenen Momente, in denen man es bereut, kein Handynutzer (die Zeit der Smartphones war noch nicht angebrochen) zu sein. Da mehrere Wege vom Gipfel weg führten und Biene nicht wusste, über welchen Tobi entschwunden war, entschloss sie sich, an Ort und Stelle zu verharren. In der Hoffnung, dass Tobi wieder auftaucht. Die Zeit verging. Und Tobi blieb verschwunden.

Tobi war sich derweilen nicht mehr so sicher, ob es eine gute Idee gewesen war, bei mehreren vorhandenen Wegen Biene entgegen gehen zu wollen. Ohne genau zu wissen, aus welcher Richtung Biene kommen würde. Als der Weg sich wiederholt gabelte, realisierte er, dass es wohl unwahrscheinlich war, auf diese Art Biene wiederzutreffen. Also kehrte er um und machte sich eiligst auf zurück zum Gipfel.

Biene war schon kurz davor, sich traurig alleine auf den Heimweg zu machen. Da sprang ganz unverhofft Tobi aus dem Nebel hervor. Welch große Freude auf beiden Seiten! Endlich hatten wir uns wieder! Beide wohlbehalten. So konnten wir mit einiger Verspätung doch noch gemeinsam ans Gipfelkreuz des Steineberg klopfen und uns dann in trauter Zweisamkeit auf den Heimweg begeben.

Lessons learned aus diesem Erlebnis: wir gehen nicht mehr ungeplant unterwegs getrennter Wege. Sollte es sich doch mal ergeben, dann verabreden wir einen genauen Treffpunkt, an dem aufeinander gewartet wird.

 

Habt ihr auch spannende Erlebnisse zum Thema 'Aus den Augen verloren'? Berichtet uns davon im Kommentar!