Der Gurten ist mit seinen knapp 860 Höhenmeter zwar wahrlich keiner der höchsten Berge der Schweiz, bietet aber eine schöne Aussicht auf die Stadt Bern, die direkt zu seinen Füssen liegt, übers Schweizer Mittelland und bis in die Alpen zu Eiger, Mönch, Jungfrau und Co.
Anforderungen
Leichte Wanderung fürs ganze Jahr
- Wabern bei Bern
- Gurten Ostsignal
- Aussichtsturm
- Gurtendorf
- Kehrsatz
Von Wabern oder von Kehrsatz aus kann der Gurten auf einfachen Wegen erwandert werden. Beide Wege kann man gut zu einer Auf- und Abstiegswanderung verbinden. Wer sich einen (oder auch beide) Weg sparen möchte, kann auf eine Standseilbahn zurückgreifen.
Ein Ausflug auf den Gurten ist für die ganze Familie geeignet und kann im Anschluss gut mit einem Bummel durch Bern verbunden werden.

Anreise zum Gurten
Die Anreise nach Wabern ist sehr einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu machen. Ab dem Bahnhof Bern fährt die Tram 9 direkt bis zur Talstation der Wabernbahn. Wenn man eine gemischte Gruppe ist, könnten die Fussfaulen oder -kranken in die Standseilbahn umsteigen, der Rest macht sich zu Fuss an den Aufstieg. Oben kann man sich dann wieder treffen.

Klassische Wanderung auf den Gurten ab Wabern
In Wabern angekommen machen wir uns an den klassischen Aufstieg auf den Gurten. Wir folgen zunächst der Gurtendorfstrasse und wandern grossteils durch Wiesengelände, stückweise auch mal durch den Wald hinauf. Immer wieder tun sich unterwegs schöne Panoramablicke auf. Über den Paradiesweg gelangen wir schliesslich zur Gurtenstrasse, die uns bis hinauf zum Gurten führt.

Aussichtspunkt und Feuerstelle am Gurten Ostsignal
Auf dem Weg zur Bergstation passieren wir das sog. Gurten Ostsignal. Es ist ein toller Aussichtspunkt mit herrlichem Blick auf die Berner Alpen.

In der Nähe gibt es eine Feuerstelle mit mehreren Picknicktischen. Eine willkommene Gelegenheit, die Natur zu geniessen und gleichzeitig fürs leibliche Wohl zu sorgen. Das Knistern des Feuers, der Duft von gegrilltem Essen schaffen eine gemütliche Atmosphäre, die das Erlebnis noch schöner macht.

Auf dem Aussichtsturm
Wem das mit dem Grillieren zu viel Aufwand ist, der kann auf dem Gurten in einem der Restaurants einkehren oder sich eine Kleinigkeit am Kiosk holen.
Hauptsache man ist am Ende gut gestärkt, um die 121 Stufen des Aussichtsturms erklimmen zu können. In engen Windungen schraubt sich die Wendeltreppe bis zur Aussichtsplattform auf 22 Metern Höhe. Der Turm wurde vom Zimmermeisterverband Bern zu seinem 100. Jubiläum gebaut. Eine tolle Idee wie wir finden, an der die Allgemeinheit viele Jahre Freude haben kann.

Ein bisschen schwindelfrei und stabil auf den Beinen sollte man schon sein, denn wie bei solchen Aussichtstürmen üblich, ist auch beim Gurtenturm ein leichtes Schwanken wahrnehmbar.

Abstieg nach Kehrsatz
Wir wollen beim Abstieg etwas Abwechslung haben und nicht den selben Weg nehmen. Deshalb nehmen wir uns Kehrsatz als Ziel vor. Die Wanderung führt uns am Gurtendörfli mit typischen Berner Bauernhäusern vorbei. Gleichzeitig verspricht der Weg eine besonders schöne Aussicht auf die Berner Alpen. Das weckt Sehnsucht nach der Sommerwandersaison, wenn es wieder auf höhere Berge geht.
Zur Geschichte des Gurten
Die Geschichte des Gurten ist geprägt von seiner Bedeutung als Wachposten im 6. Jahrhundert während des Konflikts zwischen dem Burgund und den Alemannen.
Später wurde der Berg von der Familie Aegerten besiedelt, die dort eine Burg errichtete.

Im Laufe der Jahrhunderte diente der Gurten als wichtige Wasserquelle für die Stadt Bern und warnte vor Gefahren durch einen Hochwacht.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Gurten zu einem beliebten Ausflugsziel mit einem Kurhotel und einer Standseilbahn.
Nach verschiedenen Entwicklungen und Veränderungen ist der Gurten heute ein weitläufiges Naherholungsgebiet mit Restaurants, Veranstaltungsräumen und Freizeitmöglichkeiten für die Öffentlichkeit zugänglich.
Jedes Jahr im Sommer findet auf dem Gurten das Gurtenfestival statt, ein Musikfestival, das Tausende von Menschen anlockt. Es ist eines der größten Open-Air-Festivals der Schweiz und bietet eine Vielzahl von Musikgenres.
