Der Uri Rotstock stand schon auf unserer Liste, seit wir in der Schweiz wohnen. Das Erscheinungsbild vom Vierwaldstätter See aus ist einfach so eindrücklich, da muss man mal rauf. In unserer Luzern-Zeit kam immer etwas dazwischen, doch nun hat es geklappt.

Ausgangspunkt Isenthal

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es gar nicht so einfach, den Ausgangspunkt zu erreichen. Und wenn man die Tour innerhalb eines Tages machen möchte, schon gar nicht. Deswegen fahren wir mit der Bahn nach Altdorf, mieten uns dort einen Mobility-Wagen und fahren dann ins Isenthal. Dort schnell Verpflegung und eine Genehmigung, um bis zur Musenalpbahn fahren zu dürfen, gekauft und ab geht die Wanderung.

Talstation der Musenalp Seilbahn
Talstation der Musenalp Seilbahn

Um 9 Uhr machen wir uns auf den Weg. Da die Bahn gerade weg ist und keiner am Warten ist (die Bahn fährt nur, wenn man anruft oder genügend Leute vor Ort sind), laufen wir hoch zur Musenalp. So als Eingehetappe gar keine so schlechte Idee.

Musenalp Isenthal
Die Musenalp vom Isenthal

Aufstieg ab der Musenalp

Für eine Pause noch viel zu früh, geht es gleich weiter den nun Weiss-Blau-Weiss ausgeschilderten Weg entlang in Richtung Gitschen. Der Weg ist eben, aber stellenweise schmal. Aber nie so, dass es ungemütlich wird.

Blick auf die Chesselbänder
Blick auf die Chesselbänder – der Weg geht unterhalb entlang
Blick zurück zur Musenalp und ins Isenthal
Blick zurück zur Musenalp und ins Isenthal

Ungemütlich wird es erst, als wir uns den Chesselbändern nähern. Es gilt, den Firnbach zu überqueren. Wegen dem Wasser ist die Ecke recht feucht und stellenweise rutschig. Manchmal ist der Weg recht schmal – da heisst es aufpassen.

Unterhalb der Chesselbänder
Unterhalb der Chesselbänder

Es folgt ein Aufstieg durch Geröll. Nach 250 Höhenmetern gabelt sich der Weg, ideal für eine kleine Frühstücksrast. Denn im kargen Schutt sucht man eine Weile, bis man einen gross genugen Stein für eine Pause findet. Da kommt so ein Wegweiser gerade recht, da können wir uns anlehnen.

Steinboden
Steinboden – der halbe Aufstieg ist geschafft

Der Weg geht weiter über Geröll nach oben. Der Name Steinboden ist Programm! Ab etwa 2300 Metern Höhe gesellt sich Schnee zum Schutt dazu. Zum Glück haben wir unsere Wanderstöcke dabei, da müssen wir nicht so sehr auf unsere Tritte achten.

Über den Chlitaler Firn zum Gipfel des Uri Rotstock

Auf einer Höhe von 2400 Metern macht der Weg eine Rechtsbiegung und nutzt eine Felsstufe aus, derer man sich bedient. Sie führt über weniger Schutt, dafür mehr Schnee zum Chlitaler Firn.

Schnee und Steine wechseln sich ab, man gewinnt immer mehr an Höhe. Wenn auch nicht mehr ganz so steil wie noch zuvor.

Griess
Griess – bald geht es auf den Chlitaler Firn

Da der Winter nicht ganz so streng, dafür der Sommer umso heisser war, führt die Schuttmoräne des Chlitaler Firns fast bis zur Gipfelschulter des Uri Rotstocks. Es gilt nur ein kurzes Stück durch steilen Schnee hinauf zur Schulter zu kraxeln.

Chlitaler Firn
Auf der Schuttmoräne ist der Aufstieg auf dem Chlitaler Firn leichter

Oben angekommen, empfängt uns eine starke Brise. Richtig ungemütlich. Wir gehen schnell weiter und nehmen die letzten unschweren Schritte zur Gipfelpyramide in Angriff.

Blick zum Blüemlisalpfirn
Blick zum Blüemlisalpfirn

Auf 2928m angekommen ist es immer noch super windig. Zum Glück haben findige Mitwanderer einen Windschutz aus Steinen gebaut, den wir dankend in Anspruch nehmen. Zeit für eine ausgiebige Rast – vielleicht verziehen sich die Wolken ja noch!? Die Sicht ist nämlich leider bescheiden.

Gipfel Uri Rotstock
Gipfel Uri Rotstock

Abstieg entlang des Blüemlisalpfirn

Der Windschutz ist super, aber nachdem unser Vesper verspeist ist und noch immer keine Spur von wolkenlosem Himmel zu sehen ist, machen wir uns auf den Abstieg. Statt zurück über den Chlitaler Firn, machen wir die Rundtour und nehmen den südseitigen Abstieg.

Hier gibt es zwei Varianten: eine leichte und eine etwas schwierigere, dafür direkter. Eigentlich wollten wir die leichte nehmen, doch landen dann doch auf der schwierigeren. Dank guter Kettensicherung ist diese aber kein Problem.

Schlüsselstelle des Abstiegs vom Uri Rotstock
Schlüsselstelle des Abstiegs vom Uri Rotstock

Nach der Schlüsselstelle sind alle technischen Gemeinheiten vorrüber, ab jetzt kommt nur noch die Fleißarbeit. 6 Kilometer aussichtsreiche Wanderung über Lauberz, Schaffirenboden und Co.

Beschilderung Uri Rotstock
Beschilderung Uri Rotstock, 2 Möglichkeiten: leichter Weg oder schwerer Weg
Blüemlisalpfirn
Blüemlisalpfirn

Zurück zur Musenalp über den Sassigrat

Mit ständigem Ausblick auf das Grosstal läuft man von 2400m Höhe kommend kaum merklich bergab bis auf 1700m, wo sich die Biwaldalp befindet.

Oberhalb des Grosstal
Oberhalb des Grosstal

Jetzt muss man sich nochmal über den Sassigrat quälen. Nach so einem langen Tag fühlen sich 170 Höhenmeter ganz besonders gut an. Aber auch die gehen vorbei und oben angekommen wird man mit einem wunderschönen Blick auf den Vierwaldstättersee belohnt. Mit einer letzten Rast werden nochmal die übriggebliebenen Reserven mobilisiert, um die fast 700 Höhenmeter bis zum Auto runterlaufen zu können, damit man die Fitnessprüfung erfolgreich abschließen kann.

Blick zum Vierwaldstätter See
Blick zum Vierwaldstätter See

Für die 15 Kilometer und 1700 Höhenmeter sollte man schon recht fit sein, sonst macht die Tour keinen Spaß. Wir empfehlen die Tour im Uhrzeigersinn zu gehen, da die technisch anspruchsvollen Teilstücke dann am Anfang auf einen warten. Auf letzter Rille und unkonzentriert würden wir nicht den Firnbach überqueren wollen.