Eine Wanderung für Geniesser: auf dem Adolf-Munkel-Weg verbringen wir einen unvergesslichen Wandertag unterhalb der beeindruckenden Geislerspitzen, den Wahrzeichen des Villnösstals.

Anfahrt ins Villnösstal

Das Villnösstal erreicht man sowohl mit dem Auto als auch mit dem Bus (ab Brixen). In Südtirol ist der öffentliche Verkehr recht gut ausgebaut. Die Ausgangspunkte der Wanderhighlights sind in der Regel gut mit Bus und Bahn zu erreichen. Mit der Mobilcard Südtirol reist man zudem preislich sehr günstig. Es lohnt sich also, darüber nachzudenken, das Auto einfach mal zu Hause stehen zu lassen.

Ausgangspunkt der Wanderung über den Adolf-Munkel-Weg ist die Zanser Alm. Hier gibt es einen Parkplatz und es ist die Endstation des Busses.

Villnösstal
Faszination Dolomiten – nirgends sonst in den Alpen ragen die Gipfel soweit in den Himmel. Kein Wunder zählen sie zum UNESCO Weltnaturerbe

Auf die Glatschalm

Die heutige Wanderung ist zum einen geprägt von der Aussicht auf die beeindruckenden Geislerspitzen. Zum anderen handelt es sich um eine Almentour mit vielen Einkehrmöglichkeiten in Almwirtschaften. Als erstes steuern wir die Glatschalm an. Auf breitem Kiesweg geht es hinauf. Über den Baumwipfeln blitzen schon hin und wieder die gewaltigen Bergspitzen hindurch.

Glatschalm
Im Naturpark Puez-Geisler lässt es sich gut einkehren: zum Beispiel auf der Glatschalm

Auf der Glatschalm lichtet sich der Wald und der Blick wird frei auf ein atemberaubendes Panorama. Das schöne in den Dolomiten ist, dass man kein Bergsteiger oder Alpinwanderer sein muss, um steilen Bergflanken ganz nah zu kommen. Die gewaltigen Bergkolosse sind meistens von grünen Almen umgeben, auf denen man über einfache Wege spazieren kann.

Villnösstal Adolf-Munkel-Weg Glatschalm
Auf dem Adolf-Munkel-Weg verbringen wir den Tag zu Füssen der gewaltigen Geislerspitzen

Auf dem Adolf-Munkel-Weg

Genauso ist es auf dem Adolf-Munkel-Weg. Es handelt sich um eine einfache Wanderung in ungefährlichem Gelände, die fast von jedem zu meistern ist. Kinderwagentauglich ist der Weg jedoch nicht.

Den Adolf-Munkel-Weg erreichen wir nach einem kurzen Aufstieg ab der Glatschalm. Eine Tafel an einem grossen Felsbrocken teilt uns mit, dass wir uns nun auf dem Adolf-Munkel-Weg befinden. Adolf Munkel war einst der Vorsitzende des Alpenvereins Dresden, dem wir diesen schönen Wanderweg verdanken.

Adolf-Munkel-Weg
Dieser Ausblick begleitet uns quasi den ganzen Tag auf dem Adolf-Munkel-Weg. Könnte nicht besser sein, oder?

Der Weg führt uns über Stock und Stein, abwechslungsreich mal durch den Wald, dann wird der Blick auf die Geislergruppe wieder freigegeben.

Adolf-Munkel-Weg
Grandioses Bergerlebnis und dabei leicht begehbare, schöne Wanderwege – genau das Richtige für Geniesser

Abstecher zur Gschnagenhardt Alm und Geisleralm

Die Gschnagenhardt– und die Geisleralm liegen nicht unmittelbar am Adolf-Munkel-Weg. Der kleine Abstecher lohnt sich aber ungemein, hat man doch von beiden Almen eine wunderbar freie Sicht auf die gesamte Geislergruppe. Linker Hand der Sass Rigais (3025m), der von Sportlichen und Abenteuerlustigen über einen gesicherten Klettersteig erklommen werden kann. Rechters von der Mittagscharte recken sich die Grosse und Kleine Fermeda gen Himmel.

Gschnagenhardtalm
Definitiv einen Besuch wert ist die Gschnagenhardtalm

Auf den Almen werden Südtiroler Spezialitäten serviert. Speck, Käse, Knödel, Schlutzkrapfen und für süsse Schleckermäulchen Kaiserschmarrn oder Strudel. Für jeden Geschmack ist etwas Feines dabei.

Geisleralm
Und nur wenige Gehminuten weiter kann man schon wieder einkehren – diesmal in der Geisler-Alm.

Hinter der Geisleralm statten wir noch dem Geislerkino einen Besuch ab. Die Vorstellung kann man auf zahlreichen Holzliegen und -sitzen geniessen. Es läuft ein oskarverdächtiger Film: grüne Alm vor schroffen Bergspitzen. Ein paar Wölkchen ziehen malerisch durchs Bild. Idylle pur. Wann der Film zu Ende ist und wir weiterwandern, entscheiden wir selbst. Es fällt auf jeden Fall schwer, sich von diesem Bild loszureissen.

Geislerkino
Hinter der Geisler-Alm wartet das Geislerkino auf uns. Das Programm ist (Geisler)spitzenmässig!

Auf dem Adolf-Munkel-Weg zur Broglesalm

Wir kehren zurück auf den Adolf-Munkel-Weg und wandern weiter immer unterhalb der Geislerspitzen entlang bis zum Aufstieg zur Broglesalm. Dort wollen wir uns noch ein kühles Getränk gönnen vor dem Abstieg. Doch als wir auf der Alm ankommen, stehen wir vor verschlossener Tür. Die Broglesalm liegt noch im Winterschlaf. Sie öffnet wohl erst im Juli. Wir sind ein paar Tage zu früh dran.

Brogleshütte
Hat Ende Juni leider noch geschlossen: die Brogleshütte

So müssen wir mit dem lauwarmen Wasser aus unserer Flasche vorlieb nehmen. Die Aussicht von der Broglesalm hat zum Glück nicht geschlossen und ist schön wie eh und je.

Adolf-Munkel-Weg
Noch ein letzter Blick auf die Geislerspitzen, dann machen wir uns an den Abstieg nach St. Magdalena

Abstieg nach Ranui

Nun steht der unspektakulärste Teil der Wanderung bevor, der Abstieg. Da wir mit dem Bus angereist sind, müssen wir nicht unbedingt zurück zur Zanser Alm. Deshalb entscheiden wir uns, nach Ranui zu wandern und der kleinen Kirche St. Johann einen Besuch abzustatten. Das malerische Kirchlein ist ein beliebtes Instagrammotiv.

Um zur Kirche selbst zu gelangen, muss man an einem Drehkreuz 4 Euro berappen. Ganz schön viel dafür, dass man ein paar wenige Meter bis zur Kirche zurücklegen darf. Wir finden, es lohnt sich nicht, das Geld auszugeben. Denn den Blick auf die Kirche mit den Geislern im Hintergrund hat man von dort gar nicht. Den gibt es ein paar Meter die Strasse runter gratis. Mit diesem schönen Motiv geht ein weiterer Wandertag in den Dolomiten zu Ende und wir steigen glücklich und zufrieden, gefüllt mit vielen neuen Eindrücken in den Bus nach Brixen.

Ranui Kirche St.Johann
Schöner Abschluss der Wanderung am Kirchlein St. Johann in Ranui