Der abwechslungsreiche Blaustrümpflerweg führt uns zu schönen Aussichtspunkten auf Stuttgart. Weitere Highlights sind die Fahrten mit der Seilbahn zum Waldfriedhof und mit der sog. ‚Zacke‘ zum Marienplatz. Die Wanderung ist ca. 7,5 km lang und dauert ca. 2-3 Stunden. Es bleibt also genug Zeit, davor oder danach noch ein bisschen Stuttgart zu erkunden.

Der Weg ist leicht zu finden. Wir folgen stets dem Zeichen mit dem blauen Strumpf. Woher kommt eigentlich der Name ‚Blaustrümpflerweg‘? Blaustrümpfler ist der Spitzname der Heslacher, die einer Sage nach einen Verrat am württembergischen Herzog Ulrich begangen haben. Zur Strafe mussten sie am Sonntag in der Kirche blaue Strümpfe tragen.

Blaustrümpflerweg
Der Blaustrümpflerweg ist gut ausgeschildert – man folgt dem Zeichen mit dem blauen Strumpf

Der Feuersee

Offizieller Start und Zielpunkt ist der Marienplatz. Wir entscheiden uns jedoch, den Wandertag am Feuersee zu beginnen, der direkt an der S-Bahnhaltestelle ‚Feuersee‘ gelegen ist. Das liegt nicht direkt am Blaustrümpflerweg, ist aber ein lohnenswerter Abstecher.

Biene ist in drei Jahren, die sie bei der nahegelegenen Wüstenrot und Württembergischen gearbeitet hat unzählige Male hier vorbeigekommen und hat dem hübschen See samt Kirche kaum Beachtung geschenkt. Dabei ist es so ein malerisches Motiv! Da sieht man wieder mal, dass Fotografieren hilft, die Welt mit offeneren Augen zu sehen.

Feuersee
Die malerische Johanneskirche am Feuersee inmitten der Stuttgarter City

Die Karlshöhe

Wir wandern hinauf zur Karlshöhe, wo wir auf den offiziellen Blaustrümpflerweg treffen. Unterwegs passieren wir den Pallas Athene Brunnen, der nach der Göttin Athene benannt ist. Gezeigt wird Athene, die in voller Montur dem Kopf ihres Vaters Zeus entsteigt. Neben dem Brunnen links dargestellt Prometheus, rechts Pandora mit ihrer Büchse.

Pallas Athene Brunnen
Der Pallas Athene Brunnen unterhalb der Karlshöhe

Ein paar Treppenstufen weiter erreichen wir die Karlshöhe, die als einer der schönsten Aussichtspunkte Stuttgarts gilt. Im Biergarten kann man den Blick auf den Stuttgarter Talkessel und die Weinberge von oben geniessen.

Blaustrümpflerweg Karlshöhe
Einer der schönsten Aussichtspunkte auf Stuttgart – die Karlshöhe

Die Hasenbergsteige

Der Blaustrümpflerweg ist zwar nicht allzu weit, doch er zeigt uns, dass die Stuttgarter Umgebung keinesfalls als Flachland zu bezeichnen ist. Die Hasenbergsteige bringt den Kreislauf in Wallung. Es geht als nuff.

Unterwegs bewundern wir die zur Hasenbergsteige passenden Hasengraffitis des Künstlers Jeroo.

Blaustrümpflerweg Hasenbergsteige
Graffiti-Kunst von Jeroo an der Hasenbergsteige

Mit der Seilbahn zum Waldfriedhof

Wir kennen das Seilbahnfahren aus den Bergen – aber in Stuttgart? Ja, auch hier gibt es eine Seilbahn! Und was für eine schöne. Die historische Standseilbahn transportiert seit 1929 zuverlässig ihre Gäste und überwindet immerhin einen Höhenunterschied von 87 Metern.

Seilbahn zum Waldfriedfhof
Mit der Seilbahn geht es hinauf zum Waldfriedhof

Die Fahrt ist ein großartiges Erlebnis. Auf den hölzernen Bänken fühlt man sich eine andere Zeit versetzt. Da die Bahn hinauf zum Waldfriedhof führt, wird sie auch gerne ‚Erbschleicherexpress‘ genannt.

Blaustrümpflerweg Seilbahn
Kleine Zeitreise mit der Seilbahn

Oben angekommen statten wir dem Waldfriedhof einen Besuch ab. Zwischen all den schönen Bäumen ist es definitiv nicht der schlechteste Platz für die letzte Ruhe.

Auf dem Friedhof liegen einige Prominente, wie z.B. Theodor Heuss, Robert Bosch und Gottlob Bauknecht.

Desweiteren gibt es große Felder mit Kriegsgräbern aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Hinter jedem Kreuz ein unnötiger Tod. Und leider hat die Menschheit nichts aus der Misere gelernt und macht munter weiter Kriege.

Blaustrümpflerweg Waldfriedhof
Ein Ort zum Innehalten und Nachdenken – der Waldfriedhof

Via Schimmelhüttenplatz zum Santiago-de-Chile-Platz

Vom Waldfriedhof aus geht es weiter zum Schimmelhüttenplatz mit schönem Blick in den Degerlocher Weinberg.

Blaustrümpflerweg Schimmelhüttenplatz
Blick vom Schimmelhüttenplatz in die Weinberge

Nur noch wenige Gehminuten und wir stehen am Santiago-de-Chile-Platz mit toller Aussicht auf Stuttgart. Auf dem Platz steht eine Moai-Figur von der Osterinsel und eine Büste der Nobelpreisträgerin für Literatur Gabriela Mistral.

Santiago de Chile  Platz
Moai-Figur am Santiago-de-Chile-Platz

Mit der Zacke zum Marienplatz

Wer mag kann vom Santiago-de-Chile-Platz aus noch den Stuttgarter Fernsehturm besuchen. Der Fussweg ist ausgeschildert.

Ansonsten geht es nun zum Marienplatz. Direkt am Santiago-de-Chile-Platz befindet sich die Haltestelle der ‚Zacke‘, wie die Zahnradbahn von Degerloch zum Marienplatz genannt wird. Sie ist eine der vier letzten Zahnradbahnen Deutschlands und das mitten in Stuttgart. Zudem ist sie keine Touristenbahn, sondern gehört zum normalen öffentlichen Verkehrsnetz der Stadt.

Zacke Stuttgart
Die Zacke – die Stuttgarter Zahnradbahn

Am Marienplatz endet der Blaustrümpflerweg. Wir nutzen den angebrochenen Tag und erkunden noch ein bisschen Stuttgart und schlendern durch die Fußgängerzone und den Schlosspark.

Stuttgart Schloss
Zum Abschluss lohnt sich ein Abstecher zum Stuttgarter Schloss

Fazit

Wir haben drei Jahre bei Stuttgart gelebt und gearbeitet. Seinerzeit hatten wir noch keinen Blog und haben unsere Outdooraktivitäten auf Spaziergänge durch das Siebenmühlental oder den Schönbuch begrenzt. Jetzt stellen wir fest, dass wir einiges verpasst haben. Der Blaustrümpflerweg hat uns mit seinen vielen kleinen und grossen Highlights echt überrascht. Man sollte niemals denken, dass man nur in den bekannten Wanderregionen schön wandern kann.