Der Karlsruher Grat ist eine Rundwanderung bei Ottenhöfen im Schwarzwald. Das wildromantische Gottschlägtal mit seinen viele Wasserfällen, mehrere Selbstbedienungsstationen u.a. auch ein Schnapsbrunnen und die Kraxelei über den Karlsruher Grat machen die Wanderung zu einem grossartigen Gesamterlebnis, das lange im Gedächtnis bleibt.

Wir machen ob der grossen Auswahl nur selten eine Wanderung mehrmals. Den Karlsruher Grat haben wir vor x Jahren – lange bevor unser Blog das Licht der Welt erblickte – schon einmal gemacht. Als wir nun mal wieder auf Heimaturlaub in der Gegend waren, stand die Wanderung ganz oben auf unserer Wunschliste.

Karlsruher Grat Ottenhöfen
Die Wanderung über den Karlsruher Grat startet in Ottenhöfen

Startpunkt der Wanderung über den Karlsruher Grat: Ottenhöfen

Los geht’s am Bahnhof Ottenhöfen. Wer mit dem PKW anreist, kann an selbigem das Auto abstellen. Nun folgt man einfach der auffälligen roten Beschilderung ‚Karlsruher Grat‘. Die Rundwanderung ist mittlerweile als Premiumwanderweg ausgezeichnet und zählt zu den Schwarzwälder Geniesserpfaden.

Geniesserpfad Karlsruher Grat
Der Karlsruher Grat ist als Geniesserpfad ausgezeichnet und sehr gut beschildert

Wir machen die Runde in der empfohlenen Laufrichtung. Kaum sind wir ein paar Schritte gelaufen und haben die ersten Höhenmeter hinter uns gebraucht, stehen wir auch schon am ersten Aussichtspunkt. Ottenhöfen liegt uns zu Füssen, unser Blick schweift weit übers Land.

Aussichtspunkt Köningerhof
Kaum ein paar Schritte gegangen, schon ruft die erste schöne Aussicht

Wir passieren die Achertal-Klinik und verlassen bald darauf den Ort. Der Weg führt nun durch den Wald. Gegenüber der Eichkopfhütte, die wir bald erreichen, befindet sich die Sausteig Tränke. Sie bietet von Mineralwasser über Tannenzäpfle bis hin zu Schnaps alles, was die durstige Kehle mit Flüssigkeit versorgt (in Selbstbedienung).

Sausteig Tränke an der Eichkopfhütte
Bei der Eichkopfhütte befindet sich die Sausteig Tränke – hier gibt’s Mineralwasser, Tannenzäpfle, Schnäpsle

Durch das Gottschlägtal

Nachdem unser Durst gestillt ist, machen wir uns auf den Weg Richtung Gottschlägtal. Der Pfad führt uns immer am Gottschlägbach entlang. Über kleine Brücken wechseln wir immer wieder die Uferseite. Mossbewucherte Felsen säumen den Weg. Die dominierende Farbe ist eindeutig grün.

Karlsruher Grat  Gottschlägtal
Auf schmalen Pfaden und über einige Brücken geht es durch das wildromantische Gottschlägtal

Unterwegs gibt es einige Wasserfälle zu bestaunen. Unter anderem die Edelfrauengrabwasserfälle am Edelfrauengrab. Neben den Wasserfällen befindet sich eine kleine Höhle – das Edelfrauengrab. Einer Sage nach wurde an diesem Ort eine untreue Edelfrau lebendig eingemauert.

Karlsruher Grat Edelfrauengrab
Das Edelfrauengrab mit den Edelfrauenrab-Wasserfällen

Es bieten sich so viele schöne Fotospots an, dass wir recht viel Zeit im Tal verbringen. Zum Glück sind wir zeitig losgegangen, so dass wir die schönen Orte noch ganz für uns alleine haben.

Gottschlägtal
Wasserfallfans kommen im Gottschlägtal voll auf ihre Kosten

Ein Brunnen der besonderen Art

Am Ende des Tals gelangen wir an einen Brunnen der besonderen Art: einen Schnapsbrunnen. Verschiedene Sorten Schnäpse und Liköre aus regionaler Herstellung stehen zur Auswahl. Bezahlt wird in ein bereitstehendes Kässchen. Zu tief sollte man freilich nicht in die Flaschen schauen, wenn man noch heil über den Karlsruher Grat kommen möchte.

Schnapsbrunnen
Am Schnapsbrunnen gönnen wir uns ein Schlückchen – Prost!

Der Karlsruher Grat

Apropos Karlsruher Grat – nach dem Schnapsbrunnen kommt noch ein kleiner Aufschwung, wir passieren den Aussichtspunkt Herrenschrofen und dann stehen wir am Abzweig zum Grat. Alle, die Kraxeleien nicht so mögen, haben nun die Möglichkeit, auf dem Umgehungsweg weiterzuwandern. Karlsruher Grat und Umgehungsweg treffen am Ende des Grats wieder zusammen. Die Wanderung ist also auch für gemischt sportliche Gruppen ideal.

Karlsruher Grat
Der ‚Klettersteig‘ über den Grat kann auch umgangen werden

Doch was erwartet uns nun auf dem Karlsruher Grat? Er ist zwar teilweise als Klettersteig beschrieben, wer jedoch einen alpinen Klettersteig wie in den Alpen erwartet, wird enttäuscht sein. Es gibt weder Seilversicherungen noch Leitern oder Eisenstifte. Der Karlsruher Grat ist in erster Linie eine Felspassage, bei der wir hin und wieder die Hände zu Hilfe nehmen müssen.

Karlsruher Grat
Der Karlsruher Grat ist kein versicherter Klettersteig – den Weg sucht man sich selbst

An vielen Stellen kann man sich seine Route quasi selbst auswählen und so den Schwierigkeitsgrad den eigenen Bedürfnissen anpassen. Insgesamt ist die Passage über den Grat auf der Wanderskala bei T3 anzusiedeln.

Kraxelei am Karlsuher Grat
Kraxeleinlage auf dem Karlsruher Grat

Auf dem Grat bieten sich immer wieder Möglichkeiten, um den Blick in die Tiefe oder in die Ferne schweifen zu lassen. Wie immer wenn wir uns in der Nähe von Abgründen befinden gilt: erst stehen bleiben, dann rumkucken. Während man in Bewegung ist, sollte man stets schauen, wo man hintritt.

Tiefblicke am Karlsruher Grat
Tiefblicke am Karlsruher Grat
Fernblicke am Karlsruher Grat
Fernblicke am Karlsruher Grat

Einkehr im alten Lifthisli

Nachdem wir den Grat erfolgreich überschritten haben, machen wir einen kleinen Abstecher zum Alten Lifthisli am Kernhof. Früher Skiliftstation, heute Selbstbedienungslädchen. Von Getränken (Wasser, Limo, Bier, Wein, Schnaps) über Brezeln bis hin zu Kuchen findet hier jeder etwas, um nach der Kletterei die Batterien wieder aufzufüllen. Sitzgelegenheit bieten einige Holzliegen und Bänke sowie einige ausrangierte Seilbahngondeln.

Gut gestärkt bummeln wir nun durch den Schwarzwald zurück nach Ottenhöfen.

Altes Lifthisli
Verdiente Rast nach der Klettereinlage am Alten Lifthisli