Hallo! Ich bin Sabine, deine Expertin für Genusswanderungen
und immer auf der Suche nach den schönsten Aussichten und chilligsten Plätzen in der Natur,
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Der Grand Balcon Nord ist ein aussichtsreicher Höhenweg oberhalb von Chamonix. Er startet auf dem Montenvers mit einem eindrucksvollen Blick über den Gletscher Mer de Glace. Der Wanderweg zieht sich in stetigem Auf- und Ab bis zur Mittelstation der Bahn auf die Aiguille du Midi.
Der Tag beginnt mit einer Fahrt mit der Zahnradbahn auf den Montenvers. Wir haben uns den Mont-Blanc Multipass für zwei Tage gekauft, mit dem wir zwei Tage lang sämtliche Bahnen rund um Chamonix nutzen können. Für das, was wir geplant haben, kommt das preislich ungefähr auf das gleiche raus wie wenn wir die Karten einzeln kaufen würden, ist aber auch von daher praktisch, dass wir uns nicht jedesmal um eine neue Karte kümmern müssen. Je mehr Tage man in Chamonix verbringt und je mehr Bahnfahrten man geplant hat, umso eher rechnet sich der Multipass. Wer – wie wir – Chamonix erst im September besucht, sollte sich unbedingt informieren, welche Bahnen überhaupt noch fahren. Die Franzosen klappen im Gegensatz zur DACH-Region teils Anfang, spätestens Mitte September die Gehsteige hoch und nehmen die Bahnen ausser Betrieb.
So hatten wir ursprünglich eine Wanderung über den Südbalkon geplant, den wir aber auf die Zukunft verschieben mussten, weil die Hütten und Bahnen sich auf jener Talseite bereits im Winterschlaf befanden.
Der Grand Balcon Nord – im Grunde also nur unsere zweite Wahl – hat sich als eine der schönsten Wanderungen unserer Wanderkarriere herausgestellt. Und die ist bekanntlich gar nicht mal so kurz.
Schon beim Aussteigen aus der Zahnradbahn auf dem Montenvers werden wir von einer überwältigenden Aussicht in Empfang genommen. Schroff und steil ragen zahlreiche Bergspitzen wie die Aiguille du Dru in den Himmel.
Die Zunge des Mer de Glace, dem längsten Gletscher Frankreichs, schlängelt sich elegant durch das Felsenlabyrinth. Die morgendlichen Sonnenstrahlen tauchen alles in ein goldenes Licht und lassen die Landschaft wie verzaubert aussehen. Wow – wir sind absolut begeistert. Der Tag hat sich schon jetzt gelohnt.
Besuch der Eisgrotte
Die Wanderung über den Grand Balcon Nord ist auf ca. 3 Stunden angesetzt. Genug Zeit, um der Eisgrotte im Gletscher einen Besuch abzustatten. Hinunter gelangt man entweder auf dem Wanderweg in ca. einer halben Stunde oder man fährt das erste Stück mit einer Seilbahn. Laut unserer Information soll sowohl die Seilbahn als auch die Grotte um 10 Uhr öffnen. Wir haben gerade mal 9.30 Uhr und machen uns zu Fuss auf den Weg.
Da der Gletscher Jahr für Jahr schmilzt reicht die 1988 gebaute Seilbahn längst nicht mehr bis zu Gletscherzunge. Deshalb geht es ab der Talstation über mehrere hundert Treppenstufen (es werden jedes Jahr mehr) bis zum Eingang der Eisgrotte. Doch die Treppen sind abgesperrt als wir unten ankommen. Wie sich schliesslich herausstellt, öffnet die Grotte heute nämlich nicht wie überall ausgeschrieben um 10 Uhr, sondern spontan eine halbe Stunde später. Wir haben ja Zeit.
Schliesslich können wir die Eisgrotte entern. Es ist spannend durch die Gänge aus blau schimmerndem Eis zu spazieren. Es fühlt sich an, als sei man in einer anderen Welt gelandet.
Grand Balcon Nord – Aufstieg zum Signal Forbes
Als nächster Programmpunkt steht die Wanderung über den Grand Balcon Nord auf dem Plan. Die sog. Balkonwege gehören zu den Wanderklassikern im Mont-Blanc-Gebiet. Es gibt die kleinen Balkone in Talnähe und die grossen Balkone eine Etage höher. Wie es sich für einen Balkon gehört, geniesst man eine wunderbare Aussicht, während man auf den Wegen entlang flaniert. Ganz so gemütlich wie der Name klingt, ist die Wanderung allerdings nicht. Die Wege sind zwar einfach, aber es gilt einige Höhenmeter zu überwinden.
Von Montenvers geht es als nuff bis auf den Signal Forbes. Es wäre schade, an diesem phänomenalen Aussichtspunkt einfach vorüberzuwandern. Wir legen eine Pause ein und knabbern ein paar mitgebrachte Minisalamis.
Und fotografieren. Ausgiebig. Das Mer de Glace, die Aiguille du Dru, die Aiguille des Grand Charmoz und wie sie alle heissen. So beeinddruckend spitze Berge haben wir zuletzt in Patagonien gesehen.
Grand Balcon Nord bis zur Plan de l’Aiguille
Das beste Licht gibt es am Grand Balcon übrigens am Nachmittag. Da unsere Zeit in Chamonix begrenzt ist und wir jedoch auch noch auf die Aiguille du Midi hinauf wollen, müssen wir uns am Vormittag mit starkem Gegenlicht auseinander setzen.
Nach wir den Signal Forbes verlassen haben, betritt die Aiguille du Midi die Bühne. Hinter ihr blitzt in weissem Kleid der Dôme du Goûter, ein Nachbar des Mont Blanc, hervor.
Unten im Tal liegt Chamonix. Die Hauptsaison des Ferienorts ist der Winter, wenn der Skizirkus in Gang ist. Aber auch im Sommer ist eine Menge los. Während Chamonix bei deutschen und schweizer Wanderern eher vernachlässigt wird, scheint der Ort bei Engländern und Amerikanern sehr beliebt.
Auf die Aiguille du Midi
Nach etwa 3 Stunden erreichen wir Plan de l’Aiguille, den Endpunkt unserer Wanderung. Doch das Abenteuer ist noch nicht zu Ende, denn wir wollen noch mit der zweiten Sektion der Bahn auf die Aiguille du Midi fahren (Hinweis: im Juli und August muss man die Bahnfahrt vorab reservieren, weil der Andrang so gross ist!). Bis auf über 3800 Meter geht es mit der Gondel zur Bergstation hinauf.
Auf der Aiguille du Midi trifft Turnschuh-Massentourismus unmittelbar auf die Welt der Bergsteiger. Während die einen mit staunend offenen Mündern auf den gesicherten Plattformen ihre Erinnerungsfotos schiessen und der grösste Thrill des Tages der Schritt auf eine Glassplattform ist, die 1000 Meter über dem Abgrund befestigt ist…
…wagen die anderen den Schritt hinaus in die Bergwelt…
…und steigen den steilen Grat der Aiguille du Midi hinab.
Auch wir erleben am Ende des Tages noch ein kleines unerwartetes Abenteuer. Von der Aiguille du Midi wieder ins Tal zu kommen, stellte sich als gar nicht so einfach heraus. Als wir uns an der Schlange für die nächste Fahrt anstellen, wird diese für 16:45 angekündigt. Doch die Zeit verstreicht und verstreicht. Die Anzeige ändert sich auf 17:00, dann auf 17:15. In der Zwischenzeit ist zwar eine Gondel hochgekommen, jedoch ohne Fahrgäste wieder abgefahren. Der lustige Mitarbeiter turnt zwar vor uns herum und spielt den Clown, aber auf die Idee, ein paar Informationen zu geben, warum es nicht voran geht, kommt er nicht. Die Leute werden langsam ein wenig unruhig.
Als endlich wieder eine Gondel oben ankommt, kriegen die Mitarbeiter die Tür nicht auf. Sie fummeln eine Weile herum und als die Tür schliesslich aufgeht, sackt die Gondel erstmal einen halben Meter ab. Seeeeehr vertrauenswürdig…ähämmm…
In der langen Wartezeit haben sich natürlich einige Personen angesammelt, so dass es kuschlig voll wird. Während dem Verladen der Fahrgäste macht die Tür wieder Zicken und geht zu, obwohl sie gar nicht soll. Längst überwunden geglaubte Ängste beim Seilbahnfahren flammen wieder auf. Auch die Fahrt in der unteren Sektion ist ein Erlebnis – vollgepfercht bis auf den letzten Millimeter und mit einer für eine Seilbahn unglaublichen Geschwindigkeit prescht die Gondel über die Stützpfeiler. Die Menge johlt wie bei einer Achterbahnfahrt. Glücklicherweise bringt uns die Bahn schlussendlich trotz allem heil nach unten.
Gourmettipp: Burger essen im Poco Loco
Wohlverdient gönnen wir uns nach diesem überaus spannenden Tag einen Burger im Poco Loco – einem kleinen, aber sehr empfehlenswerten Schnellimbiss im Herzen von Chamonix. Besonders lecker fanden wir die Burger mit Schaf-/bzw. Ziegenkäse und Honig *schlemm*
Der Mont Blanc war übrigens schüchtern und hat sich hinter dicken Wolken versteckt, sobald wir auf der Aiguille du Midi angekommen sind. Falls sich jemand gefragt hat, warum er auf keinem der Bilder zu sehen ist 😉
Einige Jahre zuvor hatte PapaMufflon mehr Glück und konnte den Mont Blanc sogar eigenfüssig besteigen. Den Bericht darüber gibt es hier.
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