Wer einen rundum schönen Bergtag im Tannheimer Tal verbringen möchte, der ist bei dieser Wanderung genau richtig. Vom Vilsalpsee steigen wir über den Traualpsee hinauf zur Landsberger Hütte. Trittsichere Gipfelsammler können nun die Steinkarspitze ansteuern und anschliessend die Lachenspitze überqueren. Wer es lieber eine Gangart leichter hat, geht auf dem Saalfelder Höhenweg weiter. Beide Varianten treffen unterhalb der Schochenspitze wieder zusammen. Weiter geht es bis zum Neunerköpfle. Unterwegs kann man noch einen Abstecher auf die Sulzspitze machen. Vom Neunerköpfle nehmen wir die Bahn ins Tal – wer mag, kann natürlich auch dieses letzte Stück zu Fuss bewältigen.

Landsberger Hütte - Vilsalpsee
Für sich allein bereits ein schönes Ausflugsziel: der Vilsalpsee im Tannheimer Tal

Aufstieg zur Landsberger Hütte vom Vilsalpsee

Da wir am Ende der Wanderung mit der Neunerköpflebahn ins Tal fahren wollen, parken wir an der Talstation in Tannheim. Als erstes müssen wir zum Vilsalpsee gelangen. Das geht entweder zu Fuss oder mit dem Bus. Wir entscheiden uns für die Fussvariante. Es gibt einen schönen Wanderweg durch den Wald und auf diese Weise sind wir schon etwas eingelaufen, wenn später der Aufstieg beginnt.

Vilsalpsee
Die Wanderung startet gemütlich am Ufer des Vilsalpsees

Der Vilsalpsee ist schnell erreicht. Am frühen Morgen ist noch nicht viel los und so können wir die Berge, die sich im stillen Wasser spiegeln in aller Ruhe für uns alleine geniessen. Wir laufen ein kurzes Stück am Seeufer entlang und passieren die Stelle, an der 2013 ein gewaltiger Bergsturz niedergegangen ist. Kurz danach zweigt der Weg zur Landsberger Hütte ab.

Aufstieg zum Traualpsee

Nun geht es auf einem schönen Bergweg als nuff. Um die Landsberger Hütte zu erreichen, müssen wir mehrere Geländestufen überwinden. Die erste Stufe führt uns zur Traualpe hinauf. Am Ufer des Traualpsees können wir uns von den Strapazen der ersten Höhenmeter erholen, falls nötig. Eine Einkehrmöglichkeit gibt es auch – die Obere Traualpe ist besonders für ihren Kaiserschmarrn bekannt.

Am Ende des Sees gibt es einen kleinen Wasserfall und wer den Kopf hebt, kann oberhalb bereits die Landsberger Hütte erspähen.

Landsberger Hütte - Traualpsee
Am Traualpsee haben wir die erste Geländestufe gemeistert – oben sehen wir bereits die Landsberger Hütte

Rast in der Landsberger Hütte

Hinter dem Traualpsee gilt es eine Felsstufe zu überwinden. Das Teilstück ist an einigen Stellen seilversichert, was besonders beim Abstieg hilfreich sein kann, denn die Steine sind von den vielen Wanderern teilweise ziemlich glatt geschliffen.

Landsberger Hütte
Vor der Landsberger Hütte müssen wir eine felsige Geländestufe überwinden – die Stelle ist seilversichert

Nachdem wir nochmal ordentlich ins Schnaufen gekommen sind, sind wir froh als wir die nächste Anhöhe erreicht haben. Wir werfen nochmal einen Blick zurück zum Traualpsee, der uns mit seiner türkisen Farbe entgegen schimmert.

Landsberger Hütte - Traualpsee
Blick hinunter zum Traualpsee – im Hintergrund der Einstein

Noch ein paar Minuten und wir stehen auf der Terrasse der Landsberger Hütte. Wir sind zeitig am Morgen losgelaufen und so haben wir noch freie Platzwahl. Später am Tag wird das anders aussehen, wenn die Massen, die vom Neunerköpfle herbeiströmen, erst einmal bei der Hütte eingetroffen sind.

Landsberger Hütte
Geschafft – jetzt gibt es ein kühles Blondes auf der Terrasse der Landsberger Hütte

Gipfelmöglichkeiten ab der Landsberger Hütte

Die Möglichkeiten ab der Landsberger Hütte sind vielfältig. Viele haben Helm und Klettergurt dabei und nehmen den Klettersteig auf die Lachenspitze. Wir haben bei unserem letzten Besuch der Landsberger Hütte die Steinkarspitze erklommen. Dieses Mal werden wir uns aufteilen. Papa Mufflon wird über den Normalweg auf die Lachenspitze steigen und auf der anderen Seite absteigen, während Baby Mufflon den Saalfelder Höhenweg Richtung Schochenspitze wählt. Dort wo beide Wege zusammentreffen, werden wir aufeinander warten. Die Überschreitung der Lachenspitze ist nur etwas für trittsichere und schwindelfreie Wanderer – alle anderen sollten auf dem Normalweg wieder absteigen oder die Steinkarspitze als Ziel wählen. Auch die Rote Spitze ist eine Gipfeloption.

Landsberger Hütte - Lachenspitze
Den nächsten Gipfel im Visier – die Lachenspitze ist von der Landsberger Hütte via Wanderweg oder Klettersteig erreichbar

Die Lachenspitze

Der Aufstieg zur Lachenspitze auf dem Normalweg ist unschwierig. Von der Lachenspitze aus sieht man die drei Seen Vilsalp-, Traualpsee und Lache wie eine Perlenkette aneinandergereiht. Dass einige hundert Höhenmeter zwischen den Gewässern liegen, fällt von hier oben gar nicht auf. Auch der Saalfelder Höhenweg, zu dem wir später absteigen und der nächste Gipfel, die Schochenspitze, sind zu sehen.

Der als schwarz markierte Abstieg beginnt mit einer kurzen, leicht ausgesetzten Kraxelei. Diese mündet in ein steiles Geröllfeld, das, wenn man der Wegführung folgt, zweimal gequert werden muss. Hier sollte man Vorsicht walten lassen, denn das ist stellenweise recht ‚kitzlig‘. Vielleicht ist es besser, man klettert über die links und rechts vorhandenen Felsen ab. Oder man macht die Runde anders rum. Im Aufstieg sind Geröllfelder etwas zahmer.

Nachdem die Hauptschwierigkeit geschafft wurde, wird der Weg mit zunehmender Strecke immer einfacher. Bald schon trifft man auf den Weg zur Landsberger Hütte.

Lachenspitze Aussicht auf Vilsalpsee, Traualpsee, Lache
Blick von der Lachenspitze auf Vilsalpsee, Traualpsee und Lache

Die Schochenspitze

Wesentlich einfacher zu ersteigen ist die Schochenspitze. Die Aussicht steht der von der Lachenspitze in nichts nach – wir blicken in ein Meer von Gipfeln. Der Himmel ist an diesem Tag wie gemalt – nicht ganz blau, sondern mit hübschen Wolkentupfen verziert. Auch den König der Allgäuer Alpen, den Hochvogel, haben wir im Visier.

Schochenspitze
Gipfelblick von der Schochenspitze: hinten in der Mitte der imposante Hochvogel

Auf dem Saalfelder Höhenweg

Wir steigen von der Schochenspitze ab und gelangen wieder auf den Saalfelder Höhenweg. Es gilt nochmal eine kurze seilversicherte Steilstufe zu meistern, dann geht es ganz bequem fast eben weiter. Auf dem Weg zum Neunerköpfle bietet sich nochmals eine Gipfelmöglichkeit an: die Sulzspitze. Wir wollen auf jeden Fall mit der Neunerköpflebahn ins Tal schweben und lassen die Sulzspitze aus Zeitgründen (ausserdem soll man ja nicht übertreiben und wir sind ja mittlerweile schon Ü40) links liegen. Wir waren vor einigen Jahren schon mal auf der Sulzspitze, so dass sie hoffentlich nicht allzu traurig sein wird, dass wir ihr heute keinen Besuch abstatten.

Schochenspitze
Abstieg von der Schochenspitze: gut zu sehen der weitere Verlauf des Saalfelder Höhenwegs

Endstation Neunerköpfle

Allmählich nähert sich die Wanderung dem Ende. Wir steuern das Neunerköpfle an. Die Gruppe der Tanheimer Berge kommt ins Blickfeld, rechter Hand die begrünte Krinnenspitze.

Saalfelder Höhenweg
Die Tannheimer Berge im Visier, rechts die grün bewachsene Krinnenspitze

Es ist wahrlich mal wieder ein Traumtag in den Bergen gewesen. Alleine ist man auf diesen Wegen nicht – ganze Völkerwanderungen sind uns zwischen Landsberger Hütte Schochenspitze entgegengekommen. Wir haben uns wohl richtig entschieden, die Wanderung in aller Früh am Vilsalpsee zu beginnen. So hatten wir zwar eine Zeit lang regen Gegenverkehr, aber ansonsten war es relativ ruhig.

Wandern für Geniesser
Wandern für Geniesser im Tannheimer Tal

Auf dem Neunerköpfle haben wir die Gelegenheit uns ins grösste Gipfelbuch der Alpen einzutragen. Es ist so überdimensional groß, dass sogar eine Leiter bereitsteht, um an den oberen Teil der Seite zu gelangen.

Neunerköpfle Gipfelbuch
Das grösste Gipfelbuch der Alpen auf dem Neunerköpfle

Vor der Talfahrt lassen wir nochmal den Blick schweifen hinab ins Tannheimer Tal, über den frei stehenden Einstein, den Aggenstein und die Tannheimer Berge sowie den Haldensee. So viele schöne Wanderziele auf einen Blick – hier könnten wir es länger als ein paar Tage aushalten!

Panorama Neunerköpfle
Panorama vom Neunerköpfle
Bergliebe Tannheimer Tal
Traumtag für Bergliebhaber