Über 1000 Höhenmeter Wanderspass von St. Ulrich über die Kirche St. Jakob mit Langkofelblick und weiter vorbei an der Gamsbluthütte und weiteren Einkehrmöglichkeiten bis auf die Seceda, von der wir den bekannten Blick auf die gewaltigen Geislerspitzen haben.

Von St. Ulrich zur Kirche St. Jakob

Wir starten den Tag in St. Ulrich im Grödnertal (Val Gardena). Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann das Auto an der Talstation der Secedabahn parken, denn dort kommt man am Ende wieder herunter.

St. Ulrich
St. Ulrich im Grödnertal ist Ausgangspunkt dieser schönen Wanderung

Das erste Teilstück verläuft auf dem sog. Dialogweg, auf dem allerlei Sprüche zum Nachdenken anregen. Wir folgen stets der Beschilderung nach Sacun – St. Jakob. Ca. 350 Höhenmeter und eine Stunde später erreichen wir das erste Highlight des Tages: die Kirche St. Jakob. Malerisch steht sie in einer Waldlichtung. Im Hintergrund sind Langkofel und Plattkofel zu sehen. Märchenhaft schön. St. Jakob ist nicht nur hübsch anzuschauen, es ist vermutlich auch die älteste Kirche im Grödnertal.

St. Jakob
Sehr malerisch gelegen ist die Kirche St. Jakob mit Langkofel und Plattkofel im Hintergrund

Zur Gamsbluthütte

Zu lange können wir die schöne Aussicht leider nicht geniessen, denn es liegt noch ein weiter Weg und vor allem viele Höhenmeter vor uns. Es geht quasi die ganze Wanderung stetig bergauf. Die Wege sind leicht zu gehen, aber die nötige Kondition muss man schon mitbringen, sonst hat man nicht genug Schnauf, nebenher die schöne Landschaft zu geniessen, durch die wir wandern. Und das wäre jammerschade, denn heute wird einiges geboten. Zu Beginn der Wanderung sehen wir hauptsächlich die Langkofelgruppe, später die Sella und die Geisler.

Langkofelgruppe
Die Langkofelgruppe gehört zu den markantesten und bekanntesten Gebirgszügen in den Dolomiten

700 Höhenmeter oberhalb von St. Ulrich und bereits um viele Liter Schweiss erleichtert, erreichen wir die Gamsbluthütte. Sie ist die erste von vielen Einkehrmöglichkeiten, die uns auf dem weiteren Weg auf die Seceda begleiten. Eine der schönen Seiten Südtirols: man muss sich um Hunger und Durst keine Gedanken machen. Es ist stets fürs leibliche Wohl gesorgt. Besonders empfehlenswert in Südtirol sind die Knödelspezialitäten. Sie werden meist in dreierlei Sorten angeboten: Käse, Spinat und Rote-Beete-Knödel. Einer leckerer als der andere!

Gamsbluthütte
Die Einkehrmöglichkeiten sind – wie eigentlich überall in Südtirol – sehr zahlreich. Der Wanderer hat die Qual der Wahl.

Zur Panascharte

Wohlgenährt und mit einem Schnäpsle intus machen wir uns an die restlichen 500 Höhenmeter. Ein schönes Fotomotiv wartet mit der Fermedakapelle auf uns. Eingebettet in die grünen Wiesen mit den gewaltigen Felswänden der Dolomiten im Hintergrund macht das Kapellchen einiges her.

Fermedakapelle
Kapellen und Berge passen optisch ganz hervorragend zusammen. Die Fermedakapelle fügt sich wunderschön in die Landschaft ein.

Wir entscheiden uns, nicht den direkten Weg auf die Seceda zu nehmen, sondern machen noch einen Schlenker über die Panascharte, um den Geislerspitzen ganz nah zu kommen. Gewaltig, wie die Gipfel in den Himmel ragen. Kein Wunder sind diese Spitzen ein sehr beliebtes Motiv auf Instagram und Co.

Panascharte
Bevor wir den Gipfel der Seceda erreichen, machen wir noch einen kleinen Schlenker über die Panascharte

Die letzten Meter auf die Seceda

Von der Panascharte ist es nicht mehr weit bis auf die Seceda. Es lohnt sich, immer wieder einen Blick zurück zu werfen. Ein kurzer Aufstieg noch und wir stehen am Gipfelkreuz der Seceda. Über 1000 Höhenmeter Aufstieg liegen hinter uns. Zugegeben, wir hätten auch einfacher ans Ziel kommen können und einfach mit der Bahn hochfahren. Aber dann hätten wir die ganzen schönen Aussichtspunkte unterwegs verpasst und könnten unsere Knödel nicht mit gutem Gewissen verdauen.

Den ganzen Weg auch wieder abzusteigen ist uns dann doch etwas zu viel. Ausserdem möchten wir unsere Knie noch ein bisschen heil halten. Deshalb nehmen wir die Bahn ins Tal.

Seceda Geislerspitzen
Steil ragen die Geislerspitzen in den Himmel – sehr eindrücklich zu beobachten von der Seceda aus

Wer am Ende des Tages noch Energie hat, kann noch ein bisschen St. Ulrich erkunden. Das Grödnertal ist bekannt für seine Holzschnitzkunst. In den zahlreichen Holzschnitzereien kann man ein Kruzifix oder andere Figürchen käuflich erwerben. Und man kann dem bekanntesten Grödner, Luis Trenker, einen Besuch abstatten. Dem Bergsteiger und Filmemacher wurde eine eigene Promenade samt Denkmal gewidmet.

Enzian
Auch wenn im Tal schon Hochsommer herrscht – oben auf den Bergen blüht noch der Frühlingsenzian