Nach einem langen Wandertag sitzt die Wandererschar gemütlich im Gastraum auf der Hütte. Das Vesper ist verspeist. Was tun mit dem angebrochenen Abend? Neben musikalischen Runden mit Klampfe und Gesang oder dem Austausch von Wandererlebnissen ist ein Hüttenabend idealer Schauplatz zum Ausleben des Spieltriebs. Viele Hütten bieten eine Auswahl an Brettspielen an. Ansonsten finden kleine, handliche Spiele – meist handelt es sich um Kartenspiele – immer noch einen Platz im Rucksack. Wir haben eine kleine Auswahl an Spielen jenseits von Mau-Mau zusammengestellt, die sich hervorragend zum kurzweiligen Zeitvertreib in den Bergen (oder auch im heimischen Wohnzimmer) eignen.

Ligretto

In diesem Kartenspiel ist Action angesagt, denn es geht vor allem um Schnelligkeit. Mitspielen kann jeder, der bis 10 zählen kann und man sollte nicht farbenblind sein. Das Spielprinzip ist sehr simpel. Ein weiterer Vorteil für den Hüttenabend, denn die Spielregeln sind schnell erklärt und begriffen, auch wenn jemand das Spiel vorher gar nicht kennt.

Jeder Spieler erhält einen Kartenstapel mit einem bestimmten Symbol auf der Rückseite. Auf der Vorderseite hat jeder Spieler Karten in in rot, grün, gelb und blau mit den Zahlen 1-10. Es gilt, auf dem Tisch Stapel zu bilden mit Karten derselben Farbe von eins bis zehn aufsteigend. Spielziel ist, möglichst schnell alle Handkarten loszuwerden. Da alle Spieler gleichzeitig spielen, geht es oft hektisch zu. Ligretto macht jede Menge Gaudi und sorgt für Leben in der Bude.

Solo/Uno

Eines der Spiele, die wahrscheinlich wirklich jeder kennt, ist Uno. Treuer Begleiter schon auf sämtlichen Klassenfahrten und Jugendfreizeiten, ist es auch auf der Hütte ein Dauerbrenner. Ok, von den Regeln her sind wir nun doch nahe bei Mau-Mau gelandet. Statt mit dem ‚gewöhnlichen‘ Französischen oder Deutschen Kartenblatt spielt man mit Uno-eigenen Karten, die in den vier Grundfarben mit Zahlen von 0-9 versehen sind. Daneben gibt es noch einige Sonderfunktionskarten für Richtungswechsel, Farbwunsch und – besonders beliebt: Karten bei denen der nächste Spieler neue Karten aufnehmen muss.

Solo ist fast identisch mit Uno, hat aber noch ein paar weitere Spezialkarten, die besonders fies (oder hilfreich) sind wie etwa der Kartentausch mit einem anderen Spieler.

Kaum ein Spiel, das auch nach der gefühlt 1000. Runde immer noch so viel Spass macht! Geistig ist es nicht anspruchsvoll, aber nach einem verausgabenden Wandertag und dem x.ten Bier oder Schnäpsle ist seichte Unterhaltung ohnehin die bessere Wahl.

6 nimmt

Auch 6 nimmt ist ein Kartenspiel. Die Spielkarten tragen die Zahlen von 1 bis 104. Zusätzlich sind auf jeder Karte einige Hornochsen abgebildet, die später Minuspunkte geben. Es wird rundenbasiert gespielt. Jeder Spieler legt eine Karte mit einer Zahl heraus. Die Karten aller Spieler werden nun nach bestimmten Regeln an auf dem Tisch liegende Reihen angelegt. Wer die sechste Karte an eine Reihe legt, muss die Reihe aufnehmen und erhält entsprechend der Anzahl Hornochsen, die auf den Karten abgebildet sind Minuspunkte. Spielziel bei 6 nimmt ist, möglichst wenig Minuspunkte in Form von Hornochsen zu kassieren. Das Spiel ist eine Mischung aus Taktik und Glück und macht uns immer wieder grossen Spass – nicht nur auf der Hütte, sondern auch bei Spieleabenden zu Hause.

Skull King

Jo-ho-ho! Skull King entführt uns in die Welt von Piraten und Meerjungfrauen. Es handelt sich um ein Stich-Rate-Spiel. Es gilt nicht, möglichst viele Stiche zu machen, sondern jeder Spieler gibt zu Beginn einer Runde eine Schätzung ab, wie viele Stiche er glaubt zu machen. Ziel ist es, genau so viele Stiche zu machen wie angesagt. Denn wer sich verschätzt, sammelt Minuspunkte! Gespielt wird in 10 Runden, wobei in jeder Runde so viele Karten auf der Hand sind wie die Nummer der aktuellen Runde ist. In der ersten Runde bekommt jeder eine Karte, in der zweiten Runde zwei Karten und so weiter. Das macht die Schätzung der möglichen Stiche von Runde zu Runde ein bisschen schwieriger. Macht besonders viel Spass mit einer Buddel Rum auf dem Tisch!

Bohnanza

Wie der Name schon vermuten lässt, dreht sich bei Bohnanza alles um Bohnen. Wie die meisten hier vorgestellten Spiele handelt es sich um ein Kartenspiel – diese sind einfach am handlichsten zum Transportieren.

Bei Bohnanza werden verschiedene Bohnensorten angebaut und geerntet. Mit den Bohnen wird eifrig getauscht und gehandelt. Das Spiel ist ein so großer Erfolg, dass es mittlerweile diverse Varianten und Erweiterungen auf dem Markt gibt.

Jass – der Schweizer Klassiker

Das Lieblingsspiel der Schweizer (nicht nur) für den Hüttenabend ist ohne Frage das Jassen. Es ist für vier Spieler und wird mit speziellen Jasskarten gespielt. Die 36 Karten sind in 4 Farben unterteilt (Schellen, Schilten, Rosen und Eichel). Ziel ist es, möglichst viele Stiche – und damit Punkte – zu sammeln. Es gibt verschiedene Spielvarianten: für Anfänger bietet sich Obenabe-Jass an, bei der die Kartenwerte von 6 bis Ass aufsteigend sind. Eine kurze Anleitung findet ihr hier.