Nach 5 Jahren in der Schweiz ist es endlich soweit: wir schauen uns die vielgelobte 5-Seen-Wanderung Pizol an. Um nicht komplett in den Touristenmassen unter zu gehen, hängen wir noch die Besteigung des Pizols dran, was sich als Mini-Hochtour herausstellen sollte.

Von der Alp Gaffia zum Wildsee

Nach der Anfahrt mit Bus und Bahn nach Wangs erwischen wir zielsicher die Kinder-Audio-Gondel mit den Moun-Teens – yay! Nach ein paar kurzweiligen Quizfragen dürfen wir an der Bergstation Gaffia aussteigen.

Blick zurück zur alten Alp Gaffia
Blick zurück zur alten Alp Gaffia

Hier geht der Weg nach rechts in Richtung Berghütte Alte Alp Gaffia. Dies wird unsere Ziel-Hütte sein. Deswegen lassen wir sie nun rechts liegen und steigen im Täli hoch bis nach Rinderläger. Nun geht es rechts weiter, bis wir unter dem Sessellift durchlaufen, dann hinauf bis zu einem kleinen Tümpel. Jetzt heisst es sich entscheiden: wollen wir schnell zum Highlight Wildsee oder wollen wir brav alle 5 Seen abhaken? Wer fleissig alle 5 Seen sehen will, der muss nun einen Abstecher nach links machen und kommt in 5 Minuten zum Wangsersee. Da jedoch der Wildsee lockt, bleiben wir hier nicht ewig hocken…

Wangsersee
Der erste See der Wanderung: Wangsersee

Vom Wangsersee aus gehen wir den kurzen Weg wieder zurück und kommen nach weiteren 5 Minuten am Berggasthaus Pizolhütte an. Dort schauen wir uns kurz an, wie die Scharen an Touristen aus der Sesselbahn aussteigen und ebenfalls die 5-Seen-Wanderung in Angriff nehmen.

Dazu müssen sie einen gut ausgebauten Weg in Richtung Wildseeluggen folgen, wir heften uns an ihre Fersen. Nicht lange und der Weg führt über den ersten Schnee (natürlich je nach Jahreszeit), der jedoch kein grosses Hinderniss darstellt. Etwas anstrengender wird der Weg am Fuss der Schwarzen Hörner: hier wird es etwas schottrig und über Kehren schrauben wir uns hoch zur Wildseeluggen, einen Sattel mit Blick runter zum Wildsee.

Wildsee
Am Wildsee – Idylle pur

Besteigung des Pizol

Nur kurz bewundern wir den kobaltblauen Gletschersee, denn wir wollen höher hinaus. Wir lassen viele Wanderer hinter uns und machen uns auf zum Pizol. Bald schon geht es über die kläglichen (Firn-)Reste des Pizolgletschers – der im Jahr zuvor für tot erklärt wurde.

Letzter Rest vom Pizol Gletscher
Blick auf den letzten Rest vom Pizol Gletscher

Die aktuelle Schneeauflage lässt uns eine Entscheidung: entweder direkt am Grat über schneefreie Felsen entlang (mit einer IIIer Stelle) oder per Schnee schnell hoch fast bis zu den Wildsandköpfen. Da der Grundkurs Fels noch nicht so lange her war, ist die Entscheidung für die Kletterei schnell getroffen.

Aufstieg zum Pizol
Aufstiegsvarianten je nach Schneelage: links am Grat (III), rechts vom Grat ohne Schnee oder im Schnee hoch

Noch ein bisschen kombiniertes Gelände und prompt stehen wir oben auf P.2810. Nun travesieren wir zum Pizolsattel und blicken hinunter auf unsere Abstiegsroute: in der Rinne ist noch genug Schnee, um schnell und sicher wieder zum Wildsee zu gelangen.

Auf der Schulter des Pizol
Auf der Schulter des Pizol

Zuvor jedoch steht der Gipfel des Pizol an. Gut gesichert durch jede Menge Drahtseile gelangt man im Vergleich zum bisherigen Aufstieg einfach zum Gipfelkreuz. Es erwartet uns eine wunderbare Aussicht auf das Heidiland. Nach einer ausgiebigen Gipfelrast machen wir uns wieder an den Abstieg.

Am Gipfel des Pizol
Am Gipfel des Pizol

Schnell gelangen wir zum ehemaligen Gletscher, laufen dann über viel Geröll zum Wildsee und sind überrascht, dass kaum noch Leute hier sind (na gut, es ist auch ein Dienstag ausserhalb der Ferien in der Corona-Zeit). Nichts desto trotz freut es uns, wir machen Fotos!

Blumen vor Wildsee
Wildsee mit Pizol im Hintergrund

Weiter zum Schottensee

Nachdem wir die Schönheit des Sees genug aufgesogen haben, machen wir uns auf den Weiterweg. Jetzt kommt der schwerste Teil der 5-Seen-Wanderung dran: der Abstieg zum Schottensee. Durch jede Menge Schotter wühlen wir uns ans Seeufer. Verglichen mit der Besteigung des Pizols ist dies jedoch gut machbar. In ca. 10 Minuten kommen wir unten an.

Schottensee
Blick auf den Schottensee

Wieder heisst es: Foto auspacken und Auslöser drücken. Nach dem Wildsee ist der Schottensee der zweitschönste im Reigen. Dank Windstille spiegeln sich die Schwarzen Hörner im türkisen See.

Panorama Schottensee
Unreales Panorama am Schottensee

Jetzt ist der perfekte Augenblick gekommen, um mal wieder eine längere Rast zu machen – und das ist auch die richtige Entscheidung, denn schöner wird’s nimmer! Also auf die Wiese legen und für ein paar Minuten die Augen zu. Aber nicht zu lange, sonst verpassen wir die letzte Bahn nach unten: man sollte immer die Uhr im Blick haben.

Schottensee als Infinity Pool
Schottensee als Infinity Pool

Der Rest der 5-Seen-Wanderung Pizol

Vom Schottensee aus geht es mit einer moderaten Steigung als nuff bis wir am Schwarzchopf ankommen. Von hier aus hat man – nebst am Gipfel des Pizol – die beste Aussicht der Tour. Da es dort oben doch recht windig ist, machen wir uns schnell auf den Weg hinunter zum Schwarzsee.

Schwarzsee
Schwarzsee

Der See ist im Vergleich zu Wildsee und Schottensee eher unspektakulär. Deswegen und auch wegen der fortgeschrittenen Zeit gehen wir gleich weiter. Nach dem letzten Aufstieg hoch zum Rossstall geht es auf einen relativ langen, gemütlichen Hatsch runter zum Baschalvasee.

Auch der letzte See der 5-Seen-Wanderung wird kurz gewürdigt, so dass nun der letzte Abschnitt angegangen werden kann: zurück zur alten Alp Gaffia. Der Weg wird nochmal etwas steiler, ist aber gut machbar. Nach dieser langen Wanderung sind wir froh, am Ende des Tages wieder in die Gondel über Fürt zurück nach Wangs zu gelangen.

Baschalvasee
Baschalvasee

Willst Du noch mehr?

KOMM MIT UNS ALS NUFF!

Mufflons
Wir sind Familie Mufflon und zeigen Dir Bergwanderungen für Genießer im deutschsprachigen Alpenraum, manchmal auch weltweit.

FOLGE UNS AUF INSTAGRAM