Die Wanderung auf den Mot Tavrü ist keine gewöhnliche Gipfelbesteigung, sondern ein Gesamterlebnis, das bereits auf der holprigen Fahrt zum Ausgangspunkt S-Charl beginnt. Nach dem Aufstieg durch das alpwirtschaftlich genutzte Val Tavrü erreicht man im Gipfelbereich die Grenze zum Schweizerischen Nationalpark. Mit etwas Glück kann man von dort aus im Val Foraz lebende Rothirsche beobachten.

Bär Dorfbrunnen S-Charl
Ein geschnitzter Bär sitzt auf dem Dorfbrunnen von S-Charl und hat das Geschehen im Blick

S-Charl erreicht man von Scuol aus am besten mit dem Postbus. Bei der Strasse handelt es sich eher um eine unbefestigte Dirtroad, die vielleicht nicht jeder seinem Auto zumuten möchte. Ausserdem ist sie teilweise nur einspurig und die Parkplätze sind beschränkt. Wir staunen durch was für eine Wüste aus Geröll und Schutt uns der Bus bringt. Hier ist gut sichtbar, dass auch an den scheinbar unerschütterlichen, ewigen Bergen der Zahn der Zeit nagt.

S-Charl
Fernab vom Alltag liegt im Unterengadin das Dörfchen S-Charl

In S-Charl angekommen, erwartet uns ein herrlich uriges Örtchen fernab jeden Alltags. Die Siedlung in vollkommender Abgeschiedenheit soll es schon seit dem 11. Jahrhundert geben. Heute tummeln sich vor allem Touristen im Ort. S-Charl ist ein beliebter Ausgangs- und Endpunkt diverser Wanderungen. Auf dem Dorfbrunnen wacht ein Bär über das Geschehen – er erinnert daran, dass einst in S-Charl der letzte Braunbär der Schweiz erlegt wurde.

Val Tavrü
Ganz entspannt wandern wir durchs Val Tavrü

Die Wanderung zum Mot Tavrü beginnt gemächlich. In moderater Steigung wandern wir auf einem Fahrsträsschen durch das Val Tavrü bis wir die Alp Tavrü erreichen. Auf der Wiese vor der Alphütte stehen einige Bänke, denn in den gegenüberliegenden Hängen lassen sich mit etwas Glück Hirsche und anderes Getier beobachten. Ein Fernglas dabei zu haben, kann auf dieser Wanderung jedenfalls nicht schaden. Da wir kein Fernglas besitzen, behelfen wir uns mit unserem Teleobjektiv.

Wer sich für Wild- insbesondere Hirschbeobachtung interessiert, dem sei auch ein Besuch im Val Trupchun empfohlen, das für seine hohe Hirschpopulation bekannt ist.

Alp Tavrü
Zwischenstation auf dem Weg zum Gipfel: die Alp Tavrü.

Nach der Alp Tavrü geht der Weg in einen gut ausgebauten Wanderweg über. Im Zickzack schlängelt sich der Pfad hinauf. Zu weiten Teilen ist der Weg der Sonne zugewandt, so dass er auch im Herbst noch gut begehbar ist.

Mot Tavrü
Ab der Alp Tavrü führt ein schmaler, aber unschwieriger Pfad zum Gipfel des Mot Tavrü

Auf dem Bergrücken stossen wir auf die Grenze zum Schweizer Nationalpark, die durch Schilder und Holzstecken markiert ist.

Schweizer Nationalpark
Wir bewegen uns am Rande des Schweizer Nationalparks

Nun ist es nur noch ein kurzer, gemütliche Bummel bis wir das weiträumige Gipfelplateau erreichen. Hier oben hat es mehr als genug Platz für alle, so dass jeder in Ruhe die Gipfelfreuden geniessen kann.

Mot Tavrü Bergrücken
Über einen langgezogenen Rücken zieht sich der Weg zum Gipfel, der genug Platz für alle bietet

In welche Richtung man auch blickt, beeindruckt die raue Landschaft des Unterengadins. Tiefe Täler mit teils offenen Flächen, aber auch dichten Wäldern und hohe Gipfel mit steilen Felszacken bestimmen das Bild. Es ist einfach herrlich und wir wissen gar nicht, wohin wir zuerst schauen sollen. 360° Bergpanorama vom Allerfeinsten.

Piz Plavna Dadaint
Rauhe Täler, steile Felsen – Blick ins Val Mingèr und zum Piz Plavna Dadaint

Wir geniessen die wärmenden Strahlen der Herbstsonne und würden am liebsten noch ganz lange auf dem Mot Tavrü bleiben. Doch wir müssen den letzten Bus zurück nach Scuol bekommen und uns rechtzeitig auf den Weg machen, wenn wir nicht hetzen wollen.

Aussicht Mot Tavrü
Der Gipfel des Mot Tavrü bietet eine phänomenale Aussicht übers Unterengadin

Der Rückweg nach S-Charl erfolgt auf dem Aufstiegsweg. So kann man die wunderschöne Route gleich doppelt geniessen.

Die Wanderung auf den Mot Tavrü eignet sich besonders für Geniesser – die Strecke ist nicht zu weit oder anstrengend, so dass genügend Zeit bleibt, um sich ausgiebig dem Beobachten der Landschaft zu widmen.

Abstieg vom Mot Tavrü
Schweren Herzens reissen wir uns von unserem herrlichen Pausenplatz auf dem Gipfel los und machen uns an den Abstieg

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