Eine abwechslungsreiche Wanderung durch schattige Tobel, vorbei am mystischen Tüfels Chilen und über den aussichtsreichen Schauenberg mit Burgruine. Nur Treppen sollte man mögen, denn diese gibt es unterwegs reichlich.

Von Kollbrunn zum Tüfels Chilen

Über Winterthur fahren wir mit der Bahn nach Kollbrunn. Der Tüfels Chilen, unser erstes Zwischenziel, ist mit mehreren Wegen beschildert. Wir entscheiden uns für den ‚Gratweg‘. Freilich hat dieser Grat nichts mit einem Grat, wie man ihn aus dem Hochgebirge kennt, gemeinsam. Ein wurzliger Waldweg führt uns über einen kleinen Kamm, der von Bäumen gesäumt ist.

Tüfels Chilen Gratweg
Von Kollbrunn führen verschiedene Wege zum Tüfels Chilen. Der wohl spannendste ist der Gratweg

Schliesslich verlassen wir den Grat und steigen ins Bäntal hinunter, wo wir dem Bäntalbach folgen, bis wir an die Abzweigung zum Tüfels Chilen gelangen. Der Tüfels Chilen liegt nicht direkt am Weg, ist aber in wenigen Minuten als Abstecher zu erreichen.

Tüfels Chilen Wanderweg
Brücken und Treppen sind auf der heutigen Wanderung an der Tagesordnung

Der Tüfels Chilen ist das Überbleibsel eines Steinbruchs, in dem früher Tuffstein abgebaut wurde. Die Natur hat sich das Areal längst zurückerobert und der Stein ist mit Moos überwuchert. Je nach Witterung fliesst mal mehr, mal weniger Wasser über den Tüfels Chilen (auf Hochdeutsch ‚Kirche des Teufels‘). Immer neuer Tuffstein bildet sich, wenn Kalkpartikel aus dem Wasser im Moos verbleiben und mit der Zeit zu einer harten Schicht werden.

Eigentlich sollte man es nicht extra erwähnen müssen. Es handelt sich um ein Naturschutzgebiet und man darf die Wege nicht verlassen. Leider haben wir einige Trampelpfade gesehen, die manche Leute nutzen, um ein besseres Foto zu bekommen. Dabei werden die empfindlichen neuen Tuffsteinschichten zerstört.

Tüfels Chilen
Ein mystisches Gebilde aus Tuffstein, überwuchert mit Moos: der Tüfels Chilen

Wandern durch Bäntal

Vom Tüfels Chilen steigen wir auf dem selben Weg wieder ab zur Wegkreuzung und setzen die Wanderung entlang durchs Bäntal fort. Wir befinden uns auf dem Wasserlehrpfad Töss 91, der uns auf verschiedenen Schautafeln über Themen rund ums Wasser informiert.

Giessen Bäntal
Am Giessen Bäntal ist der Aufbau verschiedener Gesteinsschichten schön zu sehen

Am Giessen Bäntal sieht man sehr schön den Aufbau in mehreren Gesteinsschichten: Nagelfluh, Sandstein, Mergel und Quelltuff. Der härtere Nagelfluh bildet eine Geländestufe, während die weicheren Gesteine darunter bereits verwittert sind und eine Aushöhlung entstanden ist. Durch Ausfällung von Kalk entsteht dort, wo Wasser austritt Quelltuff.

Giessen Bäntal Treppen
Wer keine Treppen mag, sollte sich eine andere Wanderung aussuchen, denn davon gibt es unterwegs eine Menge

Mit Hilfe einer Metalltreppe überwinden wir die nächste Geländestufe. An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir auf dieser Wanderung immer wieder einige Stufen steigen müssen. Mal hinauf, mal hinab. Wer kein Treppenfan ist, wird unterwegs sicher einige Male knurren.

Aussichtspunkt Burgruine Schauenberg

Burg Schauenberg
Von der Originalburg Schauenberg existiert nur noch eine Ruine. Als vereinfachte Holznachbildung steht die Burg noch am Wegesrand.

Bei Unterschlatt lassen wir das Bäntal hinter uns und steuern den Schauenberg an. Auf seinem Haupt stand früher eine Burg, von der heute noch ein paar Mauerreste übrig sind. Er ist ein beliebtes Ziel für Schulklassen. Heute sind zum Glück keine Schüler unterwegs, so dass wir die Aussicht in Ruhe geniessen können.

Burgruine Schauenberg
Von der einstigen Burganlage ist nur noch eine Ruine geblieben. Die gute Aussicht lässt sich der Schauenberg nicht nehmen.

Nachdem der Schauenberg im Mittelalter von einer Burg geziert wurde, wurde sie im 17. Jahrhundert – die Burg war inzwischen bereits zerstört worden – als sog. Hochwacht genutzt. Die Hochwachten wurden dazu genutzt, Signale weiterzugeben, um Truppen bei Gefahr warnen zu können. Oft waren sie auf Berggipfeln eingerichtet. Viele tragen deshalb noch heute den Zusatz ‚Hochwacht‘.

Burgruine Schauenberg
Der Schauenberg überragt mit seinen 892m.ü.M. seine Umgebung und eignete sich deshalb hervorragend als Hochwacht

Abstieg nach Rämismühle-Zell

Wir machen uns nun an den Abstieg. Das erste Stück ist relativ steil. Der steinige Weg wird mit Mountainbikern geteilt, von denen heute nicht viele unterwegs sind. An einem Wochenende herrscht sicherlich guter Betrieb und es macht dann vermutlich nicht ganz so viel Spass hier unterwegs zu sein.

Begegnungen
Nichts für schwache Nerven – beim Abstieg begegnen uns schauerliche Gestalten

Wir durchqueren den kleinen Ort Girenbad. Am Wochenende fährt von hier ab und zu ein Bus (Fahrplan beachten), so dass man die Wanderung hier beenden könnte. An Wochentagen muss man noch ein Stückle weiterwandern.

Girenbad
Eher eine Häusergruppe als ein richtiges Dorf: Girenbad

Man könnte direkt nach Turbenthal absteigen oder – wie wir – noch eine Runde durchs Königstal drehen.

Girenbad Aussicht
Bei Girenbad ein letztes Mal die Aussicht geniessen, bevor die Wanderung zu Ende ist

Den Abstieg ins Königstal meistern wir mit Hilfe einiger Stufen. Unten angelangt erwartet uns ein weiterer Giessen, der allerdings nur etwas spärlich Wasser führt. Im Sommer ist er vermutlich trocken.

Am Zellerbach entlang geht es bis nach Zell. Dort können wir uns entscheiden, zum Bahnhof den kürzeren Weg an der Strasse entlang oder den ’normalen Wanderweg‘ zu nehmen. Letzterer macht einen kleinen Bogen durch die Felder bis zur Haltestelle Rämismühle. Von Rämismühle aus hat man Bahnanschluss nach Winterthur, Zürich oder Rapperswil.

Giessen Königstal
Zum Abschluss durchwandern wir das Königstal, wo wir nochmal einen Giessen passieren