Die Fuorcla Surlej gilt als einer der schönsten Aussichtspunkte im Engadin. Sie bietet einen herrlichen Blick auf den Piz Bernina und den Piz Roseg. Von der Mittelstation Murtèl der Corvatschbahn erreicht man die Fuorcla Surlej auf einem einfachen Weg in weniger als einer Stunde. Der Abstieg erfolgt über das idyllische Val Roseg.

Aussicht auf über 3000 m.ü.M.

Der Tag startet ganz gemütlich mit einer Seilbahnfahrt zur Mittelstation der Corvatschbahn ab Surlej. Tipp: bei vielen Unterkünften im Engadin sind im Sommer Fahrten mit sämtlichen Bergbahnen und Liften der Region inklusive. Wenn man bedenkt, wie viel eine Bahnfahrt in der Regel kostet, rechnet es sich dadurch sogar, auch mal ein etwas teureres Zimmer zu buchen (unbezahlte Werbung, wir haben wie immer alles selbst bezahlt). Auch wir haben von unserem Hotel eine Bahnkarte bekommen und fahren deshalb erst mal zur Bergstation Corvatsch.

Engadiner Seenplatte von der Corvatsch Bergstation
Die Engadiner Seenplatte von der Corvatsch Bergstation aus gesehen – wie an einer Perlenschnur reiht sich See an See

Von 3303 Metern Höhe hat man auf der einen Seite eine geniale Sicht aus der Vogelperspektive auf die Engadiner Seen. So richtig die Spucke weg bleibt uns spätestens, wenn wir auf der anderen Seite zum Piz Bernina schauen, an dessen Flanke sich der Biancograt den Eisrücken hinunterzieht.

Biancograt
Der Biancograt – einer der grossen Klassiker für Bergsteiger in den Alpen. Der Gang über den ausgesetzten Grat ist nichts für schwache Nerven!

Kaum zu glauben, dass Bergsteiger diesen Grat wie auf Messers Schneide hinaufgehen. Einen Fehltritt kann man sich in diesem Geländer definitiv nicht leisten.

Piz Morteratsch
Rechts der Piz Morteratsch – eine gute Aussichtswarte auf die Berninagruppe und insbesondere den berühmten Biancograt. Links daneben der Piz Tschierva

Von der Mittelstation Murtèl zur Fuorcla Surlej

Nachdem wir die Aussicht von der Bergstation voll ausgekostet haben, geht es mit der nächsten Gondel wieder hinunter zur Mittelstation Murtèl. Ab hier wird nun endlich gewandert. Damit wir uns nach der gemütlichen Rumgondelei nicht überfordern, geht es sehr moderat auf einem breiten Weg in Richtung Fuorcla Surlej. Es hat Anfang September bereits geschneit, doch eine Wegspur ist von der warmen Herbstsonne wieder freigetaut. Selbst mit Schneeauflage wäre der Aufstieg kein Problem.

Aufstieg zur Fuorcla Surlej
Aufstieg zur Fuorcla Surlej von der Mittelstation Murtèl. Anfang September bereits leicht mit Schnee gezuckert

Es ist eher ein gemütlicher Spaziergang und schwupps sind wir auch schon an der Fuorcla Surlej angekommen. Anscheinend haben sich die meisten von den paar herumliegenden Schneeflocken abschrecken lassen, denn wir sind an der Fuorcla ganz alleine. Damit hatten wir gar nicht gerechnet, denn sie gilt als einer der schönsten Aussichtspunkte im Engadin. Umso besser, denn nun können wir unsere Pause ganz ungestört geniessen. Die dunklen Steine heizen sich im Sonnenschein schnell auf und sind daher schneefrei, trocken und schön warm.

Fuorcla Surlej
Einer der schönsten Aussichtspunkte in Graubünden: die Fuorcla Surlej

Wer nichts zum Futtern dabei hat, hat auch die Möglichkeit, im Berghaus Fuorcla Surlej einzukehren.

Berghaus Fuorcla Surlej
Einkehrmöglichkeit an der Fuorcla Surlej bietet das Berghaus Fuorcla Surlej

Abstieg von der Fuorcla Surlej ins Val Roseg

Von der Fuorcla Surlej aus gibt es verschiedene Möglichkeiten weiterzuwandern. Wer nur einen kurzen Spaziergang machen möchte, geht einfach wieder zurück zur Bahnstation. Eine längere Wanderung bietet sich über die Chamanna Coaz und den Lej da Vadret ins Val Roseg an. Wir entscheiden uns für den goldenen Mittelweg und nehmen den direkten Abstieg ins Val Roseg.

Abstieg Fuorcla Surlej ins Val Roseg
Abstieg von der Fuorcla Surlej ins Val Roseg. Im Hintergrund der Roseggletscher und der Lej da Vadret

Der Schnee wird von Höhenmeter zu Höhenmeter, den wir abwärts gehen, weniger. Der Blick auf das Val Roseg wird zunehmend freier. Auch auf den Lej da Vadret können wir einen Blick erhaschen. Am Talabschluss leuchtet der Roseggletscher in strahlendem Weiss.

Plötzlich huscht etwas kurz vor uns über den Weg. Bei genauerem Hinsehen entdecken wir im Gras eine kleine Schlange. Sie hat ungefähr die Grösse einer Blindschleiche, doch das charakteristische Zackenmuster auf ihrem Rücken verrät, dass es sich um eine Kreuzotter handelt. Sicher ist sie froh, sich nach den kalten Tagen wieder in der Sonne wärmen zu können.

Kreuzotter
Auch die Tierwelt hält im Engadin einiges parat: unterwegs kreuzt eine Kreuzotter unseren Weg. Nach dem kurzen Wintereinbruch scheint sie froh, ein bisschen Sonne tanken zu können.

Unten im Val Roseg angekommen, wartet eine süsse Belohnung auf uns. Im Restaurant Roseg Gletscher gibt es ein ganz hervorragendes Dessertbuffet, das unseren Schleckermäulchen das Wasser im Mund zusammen laufen lässt. Diverse Kuchen und Torten, aber auch Köstlichkeiten wie Tiramisu oder Mousse au Chocolat sind im Angebot. Wir haben die Qual der Wahl.

Val Roseg
Im Restaurant Roseg Gletscher geniesst man nicht nur eine sagenhafte Aussicht, sondern auch ein erstklassiges Dessertbuffet

Durchs Val Roseg nach Pontresina

Kugelrund und vollgefressen haben wir noch das letzte Wegstück nach Pontresina vor uns. Da tausend Schritte nach einem guten Essen bekanntlich gut tun, machen wir uns zu Fuss auf den Weg. Alternativ könnte man auch ganz romantisch mit der Pferdekutsche fahren.

Val Roseg
Eines der schönsten Seitentäler im Engadin ist das Val Roseg. Erreichbar zu Fuss, mit dem Bike oder ganz romantisch mit der Pferdekutsche

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