Mit 1582 m.ü.M. scheint das Rägeflüeli ein eher unspektakulärer Voralpengipfel zu sein. Dank seiner wunderbaren 360°-Rundumsicht hat es sich dennoch als beliebtes Wanderziel in der Luzerner Region etabliert. Vor allem im Frühjahr und Herbst, wenn die grossen Gipfel nicht mehr begehbar sind, schlägt des Rägeflüelis grosse Stunde. Auch für Schneeschuhgeher ist es interessant.

Rägeflüeli Alp
Im Spätherbst/Winter sind die Alpen still und verlassen

Wir stellen mehrere Wegvarianten aufs Rägeflüeli vor, die man je nach Lust, Laune und Können im Auf- und Abstieg kombinieren kann.

Ausgangspunkt Eigenthal

Wer vom regen Treiben der Touristen in Luzern einmal seine Ruhe haben möchte ist im Eigenthal genau richtig. Hier oben ist die Welt noch in Ordnung und man kann vom Alltag abschalten. Wandern ist bekanntlich eines der besten Mittel um Stress abzuschütteln, und zum Wandern hat man von Eigenthal aus viele Möglichkeiten.

Wer mit dem Auto anreist, parkt am Besten am Parkplatz Gantersei. Mit dem Bus fährt man bis Eigenthal Talboden.

Rümlig Winter
Ganz schön kalt: der Rümlig zeigt sich frostig

Einmal angekommen, hat man die Qual der Wahl. Darf es steil und auf schmalen Wegen nach oben gehen, kommt man auf dem direkten Weg zum Rosenboden und weiter zur Alp Gumm auf seine Kosten. Die Alp Gumm erreicht man einfacher, aber ebenfalls steil über ein Alpsträsschen via Ober Honegg. Die längste und am wenigsten steile Variante führt, zunächst am Rümlig entlang, via Alp Unter Lauelen und Ober Pfyfferswald aufs Rägeflüeli.

Weitere Gipfelziele in der näheren Umgebung sind der Studberg – direkt gegenüber dem Rägeflüeli und der Ochs. Diese Erweiterung macht aus der T2-Wanderung ein T3 und setzt Trittsicherheit voraus.

Rägeflüeli via Rosenboden

Direkt bei Gantersei startet der steile Aufstieg zur Alp Gumm, die über den Rosenboden führt. Im Zickzack geht es durch den Wald hinauf. Highlight ist ein schmales Holzbrückchen, das beim Passieren eines kleinen Tobels hilft. Ab der Alp Gumm wandert man in den Sattel zwischen Rägeflüeli und Studberg. Nach rechts geht es zum Rägeflüeli, links ginge es zum Studberg.

Rägeflüeli
Aufstieg zum Rägeflüeli via Rosenboden. Eine Holzbrücke hilft beim Queren eines kleinen Tobels

Auf dem Gipfel des Rägeflüeli angekommen können wir uns der Aussicht widmen. Der Pilatus in unmittelbarer Nachbarschaft beeindruckt, ist er doch eine Nummer grösser als das Rägeflüeli. Unten im Tal sehen wir Luzern und den Vierwaldstättersee – es sei denn wir befinden uns über den Wolken. Das kommt im Herbst und Winter recht häufig vor.

Rägeflüeli Pilatusblick
Im Frühling blühen am Rägeflüeli die Krokusse

Beim Herumschauen sollte man eine gewisse Vorsicht walten lassen. So sanft die begraste Südseite, über die wir das Rägeflüeli bestiegen haben, so tief geht es auf der Nordseite in den Abgrund. Diesem sollte man sich nicht unaufmerksam nähern. Ein Schritt zu viel und man stürzt viele Meter in die Tiefe.

Rägeflüeli via Ober Honegg

Auch diese Variante startet bei Gantersei. Wir wandern zunächst am Rümlig entlang bis Buechstäg. Dort zweigt der Weg rechts ab, der auf einem Alpsträsschen über Unter und Ober Honegg hinauf zur Alp Gumm führt. Schon vor der Alp Gumm trifft der Weg mit dem von Rosenboden her zusammen.

Rägeflüeli Luzernblick
Gipfelblick nach Luzern und hinüber zur Rigi. Vorsicht beim Schauen: es geht steil hinunter

Rägeflüeli via Ober Pfyfferswald und Unter Lauelen

Alp Unterlauelen
Die Alp Unterlauelen

Ab Gantersei folgen wir dem Strässchen am Rümlig entlang. Ab Buechstäg gibt es dann einen Wanderweg, der dem Verlauf des Rümlig folgt. Schliesslich erreichen wir die Alp Untere Lauelen. Ab hier folgen wir wieder dem Strässchen bis schliesslich ein Weg nach Ober Pfyfferswald abzweigt. Weiter zur Alp Gumm und dann hinauf aufs Rägeflüeli. Diese Variante ist die längste, aber technisch einfachste.

Alp Ober Pfyfferswald
Spätherbstliches Licht an der Alp Ober Pfyfferswald