Der Höhenweg vom Bettmerhorn zum Eggishorn bietet einen grandiosen Ausblick auf das von der UNESCO ausgezeichnete Welterbe „Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch“. Die leicht ausgesetzte Gratwanderung verläuft über spaßiges Blockgelände, bei dem man manchmal seine Hände zu Hilfe nimmt.

Zusammen mit BabyM machen wir uns auf den Weg nach Fiesch. Noch ist die neue Seilbahn, die direkt vom Bahnhof aus abfährt, nicht in Betrieb – es wird fleissig gebaut. Deswegen geht es per Bus zur Talstation und mit unserem GA an der Schlange der Ticketkäufer vorbei direkt in die Gondel. Auf der Fiescheralp angekommen begleite ich mein holdes Weib ein paar Hundert Meter ehe mein Weg links abzweigt. Denn heute machen wir eine Twin-Wanderung, bei der der Anfang- und Endpunkt derselbe ist – zwischendrin sind aber Highlights nach unterschiedlichen Geschmäckern.

Aletschgletscher vom Eggishorn
Aletschgletscher vom Eggishorn

Hinauf zum Eggishorn

BabyM’s Geschmack war nach einer Genießerwanderung, weswegen es sich für den Panoramaweg entschieden hat. Für Sensation-Seeker wie PapaM steht der Höhenweg zur Verfügung, der wie der Name schon sagt, in der Höhe losgeht. Also nichts wie rauf auf das Eggishorn. Man könnte den Weg zur Bergstation natürlich auch per Bahn überwinden, aber wieso hat man denn zwei Füße? Und die 660 Höhenmeter eignen sich prima, um sich für das Kommende warm zu laufen. Der Weg bis zur Horli-Hitta, die einen Katzensprung von der Bergstation entfernt liegt, ist breit, in gutem Zustand und prima zu laufen. Deswegen sind dort nur noch hartgesottene Touristen anzutreffen.

Höhenweg Bettmerhorn-Eggishorn
Der Höhenweg Bettmerhorn-Eggishorn geht genau am Grat entlang

Ab der Horli-Hitta hat man eine Entscheidung zu treffen. Macht man sich lieber gleich in Richtung Bettmerhorn auf oder nimmt man noch den Umweg auf das Eggishorn auf sich. Einige Touristen sind zwar auf dieser Strecke unterwegs, aber denen kann man gut ausweichen. Für den Ausblick vom Bettmerhorn lohnen sich die Umstände auf alle Fälle! Der Weg ist auch hier gut ausgebaut, obgleich ein bisschen schwerer als hoch zur Bergstation. Aber der schwierigste Abschnitt der Tour ist dies nicht.

Hinunter zur Elselicka

Wieder zurück an der Bergstation Eggishorn geht es nun weiter an der Aussichtsplatform vorbei, die von vornehmlich asiatischen Touristen bevölkert ist. Wer kann es ihnen auch verdenken, denn die Sicht von der Plattform ist genial: man sieht den Bogen des Aletschgletschers und seine ganze Länge bis zu seinen Ausläufern Richtung Gibidum-Stausee.

Aletschgletscher mit Aussichtsplatform
An der Bergstation der Eggishornbahn gibt es sogar eine Aussichtsplatform um den Aletschgletscher zu bewundern

Nachdem ich das obligatorische Foto etwas überhalb der Aussichtsplatform gemacht habe, geht es hinunter zur Elselicka. Hier bekommt man einen ersten Geschmack der Kletterei, die sich über die nächsten ein bis zwei Stunden ziehen wird.

In der Mitte des Weges zur Elselicka soll es einen Abzweig zum Klettersteig Eggishorn (B/C, K2/3) geben, den ich total übersehen haben muss. Die Zeit, um rechtzeitig beim Rendezvous mit BabyM einzutreffen, ist sowieso knapp – da wären die weiteren 2 Stunden für den Klettersteig nicht im Budget gewesen. Also geht es weiter bis hinunter zum Pass. Hier fängt der interessanteste Teil des Höhenwegs Bettmerhorn – Eggishorn an.

Gratwanderung Bettmerhorn – Eggishorn

So ziemlich genau das, was man eben runtergegangen ist, darf man nun wieder hochkraxeln. Über großes Blockgelände geht der weiss-blau-weiss ausgezeichnete Weg als nuff zum langen Gipfelgrat des Bettmerhorns. Ein kleines bisschen Übung in Wegfindung ist nicht schlecht, denn manchmal muss man zweimal hinschauen, um das nächste Wegzeichen zu finden. Aber meistens ist es egal, ob man links- oder rechtsrum geht – man kann auf mehreren Wegen nach oben.

Auf dem Höhenweg Bettmerhorn-Eggishorn
Auf dem Höhenweg Bettmerhorn-Eggishorn

Nach einer guten halben Stunde befindet man sich auf den Gipfelgrat des Bettmerhorns. Er ist über einen Kilometer lang und bietet tolle Tiefblicke auf der einen Seite zum Aletschgletscher, auf der anderen Seite auf die Fiescheralp. Dabei ist der Grat nie wirklich schmal und ausgesetzt. Man hat immer mindestens 1,50 Breite zur Verfügung und nur wenige Stellen verlangen nach Konzentration um nicht in den Tod zu fallen 😉

Mitten auf dem Höhenweg Bettmerhorn-Eggishorn
Der Höhenweg ist genügend breit – keine Angst vor Ausgesetztheit

Nach einer weiteren gemütlichen Kraxelstunde gelangt man an den Gipfel des Bettmerhorns, von dem man schon bald das gleichnamige Bergrestaurant Bettmerhorn erspähen kann. Ab hier ist der Weg als weiss-rot-weiss gekennzeichnet und sogar Enkel mit ihren Omis sind hier anzutreffen. Zehn Minuten später stehe ich vor dem Bergrestaurant, das auch gleichzeitig als Bergstation für die Gondel runter zur Bettmeralp dient. Für mich geht es hier aber direkt weiter zum Aussichtspunkt Bettmerhorn, dem verabredeten Treff- und Picknickpunkt mit BabyM.

Kapelle Maria zum Schnee
Die wunderschöne Kapelle Maria zum Schnee auf der Bettmeralp

Erholung auf der Bettmeralp

Nach einem gemeinsamen Picknick mit Blick auf den Aletschgletscher geht es zusammen runter zur Bettmeralp. Bei Eis und kühlen Getränken fotografieren wir noch das Instagram-Motif der Kapelle Maria zum Schnee. Danach machen uns dann per Bahn wieder auf den Weg nach Hause.

Retrospektiv betrachtet wäre die Richtung des Höhenwegs vom Bettmerhorn zum Eggishorn wohl schöner, denn am Eggishorn hat man meiner Meinung nach den besten Ausblick. Ausserdem hat man dann noch die Möglichkeit, statt den eher unattraktiven Weg von der Elselicka zur Bergstation Eggishorn zu gehen, den Klettersteig Eggishorn zu machen. Dazu muss man aber ein, zwei Stunden mehr Zeit einberechnen.

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