Viele Wege führen auf den Tegelberg. Alternativ bringt einen sogar eine Seilbahn hinauf. Einer der klassischen und direktesten Wege ist der Schutzengelweg, der an der Talstation startet und über die Rohrkopfhütte zur Bergstation der Tegelbergbahn verläuft. Er ist technisch einfach zu gehen und bietet im unteren Bereich immer wieder einen schönen Blick auf die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. In der Rohrkopfhütte können unterwegs die Energiereserven wieder aufgefüllt werden.

Schloss Neuschwanstein
Ein wahrlich schönes Plätzchen hat König Ludwig II. für seine Schlösser ausgesucht

Start mit einem Spaziergang zur Alpe Reith

Bei dieser Wanderung müssen wir nicht bis zum Gipfel warten bis zur guten Aussicht. Heute beginnt diese bereits im Tal. Denn wir befinden uns im Märchenland König Ludwigs II. Der erste Eyecatcher ist – wie sollte es in dieser Region anders sein – Schloss Neuschwanstein.

Schloss Neuschwanstein
Während des Aufstiegs tut sich immer wieder eine schöne Aussicht auf Schloss Neuschwanstein auf

Hinter dem Schloss erhebt sich der breite Buckel des Säuling. Für geübte Berggänger übrigens ein lohnenswertes Ziel.

Säuling mit Schloss Neuschwanstein
Schloss Neuschwanstein wirkt gegen den bulligen Säuling fast winzig

Wir folgen bei der Talstation der Beschilderung zur Reith-Alpe. Schon nach ca. 10 Minuten haben wir die Alpe erreicht. Ideal für alle, die nicht so weit laufen können und trotzdem eine Almeinkehr erleben wollen.

Tegelberg Alpe Reith
Die erste Einkehrmöglichkeit nach wenigen Minuten: die Alpe Reith

Schutzengelweg zur Rohrkopfhütte

Wir folgen der Beschilderung Richtung Rohrkopfhütte. Es lohnt sich, immer mal einen Blick zurück zu werfen, denn es ergeben sich immer wieder neue und schöne Perspektiven auf die Königsschlösser, die Seen und die Berge.

Tegelberg - Königsschlösser
Die Königsschlösser, der Alpsee und die Berge – das Allgäu wie es schöner kaum sein kann

Der Weg ist teils recht steil, so dass wir ordentlich ins Schwitzen kommen. Wir beobachten einige Wanderer, die viel zu schnell angehen und dann ständig stehen bleiben müssen. Besser ist es, von vorneherein etwas langsamer zu machen und dafür stetig im gleichen Tempo zu laufen. So kommt man am Ende schneller und weniger kaputt ans Ziel. Es gilt beim Wandern ähnlich wie beim Joggen die Faustregel, dass man sich stets noch gut unterhalten können sollte. Wenn man nach Luft schnappen muss, ist das Tempo zu hoch.

Wir erreichen schliesslich die Rohrkopfhütte. Da wir dank der oben beschriebenen Gehtaktik schneller waren als einige andere, können wir auf der Terrasse noch einen freien Platz ergattern. Die Hütte wurde gerade neu renoviert bzw. ausgebaut und hat an diesem Tag das erste Mal wieder geöffnet. Die Riesenbrezel mit Obazder und die Leberkäswurst schmecken hervorragend. Genauso wie die wunderbar erfrischende Hauslimonade mit Ingwer.

Tegelberg - Rohrkopfhütte
Etwa auf halber Höhe des Aufstiegs lädt die Rohrkopfhütte zu einer Rast ein

Unser Blick wandert hinauf zum Branderschrofen. Diesen Gipfel kann man von der Tegelbergstation aus in kurzer Zeit erreichen. Allerdings ist es kein Spaziergang. Es muss (stets seilversichert) ein wenig gekraxelt werden. Nur wer trittsicher und schwindelfrei ist, sollte den Branderschrofen in Angriff nehmen.

Tegelberg - Branderschrofen
Von der Terrasse der Rohrkopfhütte haben wir den Gipfel des Branderschrofen im Blick – dort wollen wir hinauf

Auch die Bergstation der Tegelbergbahn ist bereits zu sehen. Ein paar Höhenmeter gilt es bis dorthin noch zu überwinden.

Tegelberg Bergstation
Auch die Bergstation der Tegelbergbahn sehen wir bereits an der Rohrkopfhütte

Auf den Tegelberg

Nach ausgiebiger Rast steigen wir weiter hinauf zum Tegelberg. Wir sehen nun nicht mehr die Königsschlösser, dafür den bekannten Forggensee. So gut er in die Landschaft eingebettet ist, es handelt sich tatsächlich um einen künstlich angelegten Stausee. Zwischen Juni und Oktober ist das Wasser voll aufgestaut, während im Winter der Seegrund trocken liegt.

Tegelberg - Forggensee - Rohrkopfhütte
Je mehr Höhenmeter wir gewinnen, umso kleiner wird die Rohrkopfhütte. Im Hintergrund ist der Forggensee zu sehen.

Auf dem Tegelberg angekommen, gibt es erst mal wieder Einkehrmöglichkeiten. Es stehen das Tegelberghaus und das Panoramarestaurant zur Auswahl. Es kann aber auch direkt weitergewandert werden.

Säuling
Einer der markantesten Nachbarn des Tegelbergs: der Säuling

Auf den Branderschrofen: nur für Trittsichere und Schwindelfreie

Vom Tegelberghaus ist es nicht weit bis auf den Branderschrofen. Wie vorhin bereits erwähnt, hat es der Abstecher trotzdem in sich. Seilversichert und mit Felskontakt geht es ans Gipfelkreuz. Im Zweifel sollte man nichts riskieren und sich lieber auf den Panoramaweg Königsrunde beschränken.

Aussicht Tegelberg - Branderschrofen
Der Aufstieg zum Branderschrofen lohnt sich – wenn man entsprechend trittsicher ist

Alternative Wege auf den Tegelberg (oder hinab)

Der Aufstieg über den Schutzengelweg und die Rohrkopfhütte ist nur eine von vielen Möglichkeiten, um auf den Tegelberg zu gelangen. Es gibt noch einige andere Möglichkeiten in unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrad.

  • über die Drehhütte: startet ebenfalls an der Talstation der Tegelbergbahn und ist eine etwas längere Variante der von uns vorgestellten Wanderung. Über den Adlerhorst/OutwardBound Erlebniszentrum geht es hinauf zur Drehhütte. Dann weiter zur Rohrkopfhütte und dann analog unserer Route auf den Tegelberg
  • Ahornreitweg: führt in grossem Bogen hinab zur Bleckenau, wo das ehemalige königliche Jagdhaus steht. Es wird heute als Gasthaus genutzt. Von der Bleckenau kann man mit einem Bus nach Hohenschwangau fahren (Fahrplan siehe berggasthaus-bleckenau.de). Diese Wanderung ist eine einfache Bergwanderung.
  • Marienbrückenweg: startet bei der Marienbrücke bei Schloss Neuschwanstein (Hinweis: die Brücke und damit auch dieser Weg sind 2022 wegen Renovierungsarbeiten gesperrt!). Unterwegs immer wieder schöne Blicke auf die Königsschlösser. Der Weg setzt allerdings Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraus, da es sich um schmale Pfade in steilem Gelände handelt
  • Gelbe Wand: noch etwas anspruchsvoller und abenteuerlicher wird es in der Gelben Wand. Es handelt sich um einen leichten Klettersteig. Wir haben der Gelben Wand einen eigenen Artikel gewidmet.
  • Wer es noch anspruchvoller mag, dem sei der Tegelbergsteig empfohlen. Es ist ein Klettersteig der Schwierigkeit C. Erfahrung und entsprechende Ausrüstung sind hier ein Muss!

After-Hiking Programm am Tegelberg

Wenn wir schon in der Gegend sind, bietet sich nach der Wanderung noch ein Abstecher zur Kirche St. Coloman an. Die Barockkirche mit den Bergen im Hintergrund sieht einfach zu schön aus als das man sich den Anblick entgehen lassen sollte.

St. Coloman
Wieder im Tal lohnt sich noch ein Abstecher zur malerischen Kirche St. Coloman

Den Tag lassen wir schliesslich am Forggensee ausklingen. Schwimmen ist nach dem Wandern ein wunderbarer Ausgleich, um die Muskeln zu entspannen. Ausserdem ist das Wasser eine willkommene Abkühlung.

Forggensee
Oder wie wäre es mit einem abkühlenden Bad im Forggensee?